100 Songs, bei denen sich mein drittes Ohr öffnet

100 Songs, bei denen sich mein drittes Ohr öffnet

Rankings zu erstellen und persönliche Selbstbespiegelung zu betreiben habe ich auf diesem Blog bislang ja weitestgehend vermieden. Aber jetzt gönn ich mir mal was :)

Dies ist eine Liste meiner 100 Lieblingssongs. Die Auswahl erfolgte rein subjektiv, wichtig war nur, dass die Stücke mich beeindrucken, mich emotional berühren und… irgendwie besonders sind. All diese Songs sind für mich Momente, in denen Musik zu Magie wird.

Anfangs erstellte ich eine Auswahl mit 266 Songs, die ich dann auf 137 eindampfte. Dann erfolgte der schmerzhafte Prozess, die überfälligen Songs rauszuschmeißen, und eine grobe Reihenfolge des Ganzen festzulegen. Und da ich unkommentierte Listen langweilig finde, gibt’s jeweils noch ein paar Worte dazu, warum diese Stücke für mich so besonders sind. Ich habe versucht, jeden Song auch zum jeweiligen Audio zu verlinken, aber leider waren nicht immer alle Lieder verfügbar.

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1. „The Rainbow/Eden/Desire” (22:37) Talk Talk, 1988, Genre undefinierbar

So klingt also das Paradies… Vielleicht die einzige Musik, die in mir religiöse Gefühle auslöst. Ein Solitär der Musikgeschichte.

 

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2. „Which Will“ (2:58) Nick Drake, 1972, Singer-Songwriter

Die Intimität und Wärme, die Drake nur mit seiner Stimme und seiner Gitarre zu erzeugen vermag, macht mich immer wieder sprachlos.

 

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3. „Oh wie nah ist der Weg hinab“ (4:36) Popol Vuh, 1976, Hippe-Krautrock

Auf manchen Songs könnte man ganze Religionen errichten… “Oh wie nah ist der Weg hinab” sollte im Duden als Definition unter „Euphorie“ stehen. Und unter „Schönheit“. Und „Glückseligkeit“.

 

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4. „Storm“ (22.40) Godspeed You Black Emperor!, 2000, Postrock

Erschaffung und totale Zerstörung in einem. Als würde man einem gigantischen Monolithen dabei zusehen, wie er in Zeitlupe umfällt – immer und immer wieder.

 

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5. „Ladies and Gentlemen, we are floating in Space” (3:41) Spiritualized, 1997, Psychedelic

Dem Titel ist nichts hinzuzufügen. Wenn ich jemals LSD nehme, kommt das auf meine Playlist – zum Niederknien! Continue reading

Podcaster Porträt – Spoiler Alert

Podcaster Porträt - Spoiler Alert

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Es gibt im deutschsprachigen Raum leider viel zu wenig Podcasts über Literatur, vor allem über die Literatur, die mich interessiert – Science Fiction, Fantasy, Phantastik. Zum Glück gibt es jedoch den Spoiler Alert mit Stefan Thesing und Daniel Franz, die sich unter den Fragestellungen “Worum geht’s?” und “Worum geht’s wirklich?” ausgiebig über  klassische und ungewöhnliche Bücher aus diesem Bereich unterhalten.

Der Spoiler Alert ist mein Lieblings-Literatur-Podcast, den ich nicht nur wegen der Auswahl der Bücher gerne höre, sondern auch wegen der sehr angenehmen Stimme von Stefan und der Art, wie er erzählt, die wirklich Lust auf die besprochenen Bücher macht. Tatsächlich habe ich mir nach der einen oder anderen Folge schon mal ein Buch gekauft bzw. alte Bücher erneut gelesen.

 

Studententyp No. 12 – Der/die Vielbeleger/in

Vielbeleger

Merkmale:

- redet über Stundenpläne, als ginge es um Kriegsstrategien

- hat mehr Seminare als die Woche Stunden hat

- ständig gehetzter Blick

- reagiert gereizt auf das Wort „Freiblock“

Mehrsprech – “Kollateralnutzen”

Mehrsprech1

Kurz-Definition: Kollateral-Nutzen sind ungeplante, positive Neben-Effekte von Handlungen, die auf etwas ganz anderes abzielten oder negativer Natur sind

Als das Internet sich immer stärker verbreitete und die ersten Flatrates angeboten wurden, stieg auch das illegale Herunterladen von Musik, Filmen und Software. Mit diesem Nutzungsdruck stieg jedoch auch der rasante Breitbandausbau, weshalb man sagen könnte, dass Internet-Piraterie massiv zur derzeitigen digitalen Infrastruktur beigetragen hat.

Dies war so nicht geplant – es handelte sich schlicht um einen Kollateralnutzen. Immer wieder passiert es, dass Menschen durch ihr Handeln zufällig positive Nebeneffekte hervorrufen, obwohl das gar nicht ihre Absicht war oder ihr Tun sogar schädlicher Natur war. Continue reading

Podcaster Porträt – Psychotalk

Podcaster Porträt - Psychotalk

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Der Psychotalk ist sozusagen die Supergroup des deutschen Podcast-Szene, da hier drei Herren aufeinander treffen, die selbst erfolgreich podcasten: Sebastian Bartoschek (Bartocast), Alexander ‘Hoaxmaster’ Waschkau (Hoaxilla) und Sven Rudloff (Viva Britannia). Alle drei sind Psychologen und diskutieren aus dieser Perspektive über alles mögliche von Fußball über soziale Netzwerke bis Arnold Schwarzenegger.

Was den Psychotalk für mich hörenswert macht, ist vor allem die Kombination dreier eigentlich sehr unterschiedlicher Charaktere mit unterschiedlichen Temperamenten, die mit einer guten Mischung aus Saloppheit und Ernst an ihre jeweiligen Themen herangehen. Ich höre Psychotalk übrigens sehr gerne, wenn ich Comics zeichne oder Geschenke einpacke.

Tausend Nischen sind ein Grand Canyon

Tausend Nischen sind ein Grand Canyon

Warum wir uns derzeit in der dritten Welle des Podcastings befinden, wieso wir Anarchismus genauso brauchen wie Professionalität, und weshalb Podcasts es nicht nötig haben, zum Massenmedium zu mutieren

Ich höre und mache Podcasts seit langem, bin immer wieder erstaunt über die vielen Formate, die es zu entdecken gibt, und erfreue mich regelmäßig an ihrer Tiefe, ihren Spezialthemen, ihrem Unterhaltungs- und Informationswert. Eigentlich, so dachte ich, läuft alles gut im Podcast-Land.

Umso überraschter war ich, als ich vor zwei Wochen über einen Spiegel Online-Artikel stolperte, der ein erstaunlich negatives Bild der aktuellen Podcast-Szene in Deutschland zeichnte: „Alles bekommt im Internet seine 15 Minuten Ruhm – nur nicht Audio. Zehn Jahre nach der Erfindung stecken Podcasts in der Nische fest“ so die These von Ole Reißmann. Das liege unter anderem an der mangelnden Vielfalt, der Dominanz von männlich geprägten Technik-Podcasts, der Konkurrenz durch das Qualitäts-Programm der Öffentlich-Rechtlichten Sender und stundenlange Laber-Podcasts, die potenzielle Hörer abschrecke.

Man muss sich zunächst jedoch fragen, von welcher Vorstellung von Podcasts der Autor eigentlich ausgeht? Letztlich läuft es darauf hinaus, Podcasts mit Massenmedien zu vergleichen und im Fehlen eines großen Massenpublikums ein Defizit zu sehen. Continue reading

Studententyp No. 11 – Der Crack

Crack

Merkmale:

- ist dem Dozenten immer um drei Seminare voraus

- könnte selber Vorlesungen halten

- lässt den Rest des Kurses alt aussehen

- kennt die neuesten Theorien chinesischer Wissenschaftler, die noch nicht mal als Buch veröffentlicht wurden, weil er/sie voriges Wochenende mit ihnen Squash gespielt hat