Podcaster Porträt – Arkham Insiders

Podcaster Porträt - Arkham Insiders

Die “Arkham Insiders” (alias Mirko und Axel) sind ein Beispiel für die wunderbare Vieltfalt der Podcast-Szene: Ein Podcast, der sich ausschließlich mit Leben, Werk und Nachwirkung des Horror-Autors H.P. Lovecraft beschäftigt. Die beiden haben ALLES, was von und über Lovecraft publiziert wurde mindestens dreimal gelesen und geben Details und Hintergrund-Informationen preis, bei denen selbst Hardcore-Lovecraftianer nur ehrfürchtig “Iä f’tang!” ausrufen können.

Ich höre Mirko und Axel sehr gerne zu und habe durch die sie schon so manch anderen Literaten entdeckt und nebenbei Einblick in die faszinierende Welt der Pulp-Heft-Kultur gewonnen. Ein Podcast, der Lust aufs Lesen macht – gleiches gilt übrigens für ein weiteres Projekt von Axel und Mirko, nämlich dem großartigen Podcast “Sigma 2 Foxtrot“, der sich vor allem der Science Fiction und der Phantastik widmet.

Zwei Buchdeckel sagen mehr als hundert Alben?

Zwei Buchdeckel sagen mehr als hundert Alben

Warum der Begriff “Graphic Novel” Comics nicht fördert, sondern ihnen schadet, wieso viele Kritiker dem “Graphic Novel”-Hype hinterherlaufen und welche Comics trotz ihrer erwachsenen Themen nicht als “Graphic Novels” angesehen werden

Comics waren schon immer die Schmuddelkinder der Kultur: Während sich andere Kunstformen wie der Film oder die Jazz-Musik recht schnell von ihrem Image als trivialer und verderblicher Schund für ein anspruchloses Publikum befreien konnten, sind Comics bis heute einem gewissen naserümpfenden Dünkel von Seiten der Kulturwächter ausgesetzt. Auch die überfällige Adelung zur „neunten Kunst“ konnte daran wenig ändern – und dass Comics als „Graphic Novels“ bezeichnet werden, hat die Sache eher noch verschlechtert.

Dieser Begriff begegnet mir in den letzten Jahren ständig: Buchläden, die sonst gerade mal ein halbes Regal für Asterix + Mangas reserviert haben, haben plötzlich auch „Graphic Novels“ im Angebot – längere Comics im Form eines gebundenen Buches, die meist etwas komplexere und literarische Themen behandeln und sich tendenziell an ein erwachsenes Publikum richten, das nicht unbedingt mit Comics aufgewachsen ist.

Klingt eigentlich erst mal gut, und viele der üblicherweise als “Graphic Novels” bezeichneten Comics (z.B. Persepolis, Ghost World, V wie Vendetta, Maus) zählen zu meinen Lieblings-Comics. Continue reading

Studententyp No. 14 – Der/die Vorbereitete

Vorbereitet

Merkmale:

– hat alle Grundtexte schon ein Semester vorher gelesen

– hat zu Beginn der Vorlesungszeit drei Hausrabeiten fertig in der Schublade

– weiß in den Semesterferien nicht, was er/sie machen soll und bewirbt sich schon mal um ein paar Professuren

Mehrsprech – “Global Payer”

Mehrsprech1

Kurz-Definition: „Global Payer“ sind die Mehrheit der Menschen, die mit ihren Steuern, ihrer Arbeitskraft und ihrem Elend den Wohlstand der „Global Player“ bezahlen

Die einen sourcen out, verschieben Millionen in internationalen Finanzmärkten oder nutzen niedrige rechtliche Standards beim Bau von Fabriken aus – Global Player, eine Minderheit von Unternehmen, Verbänden und Personen, die dank ihrer Macht von der Globalisierung massiv profitieren. Die anderen arbeiten in diesen Fabriken, verschulden sich oder müssen die Folgen von Finanzkrisen bezahlen – sie sind die „Global Payer“. Continue reading

Satire darf alles – aber was muss sie?

Satire darf alles - aber was muss sie

Warum Satire Anschläge nicht provoziert, sondern verhindert, warum wir zum Lachen verführt werden müssen und wann Satire Sinn macht und wann nicht.

Satire darf alles, ja, sie muss alles dürfen. Warum? Das zeigt ein aktuelles Beispiel aus Köln: Traditionell fahren beim Rosenmontags-Umzug Festwagen durch die Stadt, die mit ätzenden und satirischen Motiven Ereignisse der letzten Zeit kommentieren. So sollte auch ein Wagen mit Bezug auf die Anschläge auf die Redaktion des Pariser Satire-Magazins Charlie Hebdo Teil des Umzugs sein. Obwohl der Entwurf bereits im Internet abgestimmt worden war, entschied sich das Festkomitee etwa eine Woche vor Rosenmontag, den Wagen nicht fahren zu lassen. Begründung: Man sei zwar mit der Botschaft des Wagens einverstanden, wolle aber nicht „die Freiheit und leichte Art des Karnevals“ einschränken.

Dieser beschämende Fall von vorauseilender Feigheit ist aus gleich mehreren Gründen eine absolut unverständliche und gefährliche Entscheidung: Continue reading

Studententyp No. 13 – Die Legende

Legende

Merkmale:

– hat schon mal den Dekan unter den Tisch gesoffen

– hat heimlich Hanf in Bibliotheks-Schließfächern angebaut

– hat nachts auf dem Campus ein unangemeldetes Open-Air-Konzert mit der Bloodhound Gang veranstaltet

– hat ein Philosophie-Prüfungsgespräch mit den Worten „Sokrates war ein Idiot“ eingeleitet und am Ende eine 1 bekommen