Die fünf Arten von Autoren

Warum manche Kinderbücher besser sind als „ernsthafte“ Literatur, was Erzähler und Stilisten unterscheidet, und warum manche Autoren „Fabulierer“ oder „Atmosphäriker“ sind.

Ich hab da so ’ne Theorie: Man kann Schriftsteller grob in fünf Kategorien einteilen – Stilisten, Erzähler, Ideenreiche, Beschreiber und Beobachter. Ich gebe zu, dass es relativ allgemeine und konventionelle Kategorien sind; Dinge wie das Experimentieren mit der Form oder das Erschaffen von guten Charakteren sind nicht gesondert berücksichtigt worden. Auch lässt sich die individuelle Qualität eines Schriftstellers kaum durch dieses Raster erfassen, ein Autor wie Kafka etwa ist zwar ein guter Beobachter und stilistisch versiert, doch seine Faszination lässt sich unmöglich durch diese Kategorien beschreiben – das gilt natürlich auch für die anderen genannten Autoren, die alle gänzlich individuelle Qualitäten besitzen.

Aber ich bin nun mal ein Nerd und liebe Schemas und Statistiken :) Außerdem denke ich, dass meine Einteilung vielleicht Einsichten über das eigene Leseverhalten oder einen neuen Blick auf viele Schriftsteller ermöglichen kann – erklären kann sie sie nicht. Mir selbst ist durch diese Kategorisierung jedenfalls klar geworden, wie sich mein Lesegeschmack im Laufe der Jahre gewandelt hat: Hatte ich früher gezielt nach Autoren gesucht, die viele originelle Ideen hatten (Moers, Pratchett) so begann ich im Laufe der Zeit immer mehr auf gut erzählte Geschichten (Asimov) Wert zu legen, während mir heute nicht nur eine gute Story sondern auch ein gewisses Maß an stilistischem Können (Feuchtwanger, Lovecraft) wichtig sind, da sonst keine gute Atmosphäre aufkommt. Reine Ideen-Romane hingegen langweilen mich mittlerweile eher, aber wie jedem klar sein dürfte, sind die besten Autoren jene, welche in mehr als nur einer dieser „Disziplinen“ etwas drauf haben.

Die Stilisten

Stilisten liest man um des Lesens Willen. Sie können unglaublich gut mit Sprache umgehen, haben einen gewaltigen Wortschatz und finden für jede Situation, jede Gefühlsregung, jeden Charakter die treffende Formulierung. Mein Lieblingsbeispiel für einen guten Stilisten ist kein klassischer Schriftsteller, sondern ein Philosoph: Friedrich Nietzsche. Selbst seine inhaltlich unspektakulärsten Texte können eine Musikalität entfalten, wie sie nicht einmal viele Gedichte haben. Seine Sprache klingt und es ist nicht nur ein Genuss sie zu lesen, sondern sie auch zu sprechen. Ein Karl May-Experte meinte mal, er möge May so, weil er einer der wenige guten deutschen Erzähler sei, während deutsche Schriftsteller eher als gute Stilisten bekannt seien. Beispiele dafür sind vor allem Thomas Mann und Hermann Hesse. Viele Stilisten sind gute Beobachter und Beschreiber, dafür seltener gute Erzähler und Ideenreiche.

Leseempfehlung: „Blumen für Algernon“ (Daniel Keyes)

 

Die Erzähler

So sehr ich sprachliche Kunstfertigkeit schätze, eine spannende 08/15-Story ziehe ich immer noch einem stilistisch perfekten Innerlichkeitsroman vor. Die Stilisten mögen die sein, die das Lesen zu einem Genuss machen, doch die Erzähler sind diejenigen, die es zu einem wirklichen Spaß machen, mit dessen Figuren wir am meisten mitfiebern und die uns bei unserem ersten Kontakt mit Büchern Lust aufs Lesen machen. Erzähler sind es, wegen denen Menschen Sätze sagen wie: Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen; ich habe es in einer Nacht durchgelesen; ich war traurig, als es zu Ende war. Kinder- und Jugendliteratur ist oft gut erzählt, weshalb ich durchaus verstehen kann, warum sie auch von Erwachsenen gelesen wird. Ich teile daher nicht die Haltung, Kinderbücher nicht als ernsthafte Literatur anzusehen; ich lese Paul Maar genauso gerne wie Bertolt Brecht. Gute Erzähler sollte man nie gering schätzen. Jeder, der typische Bestseller-Literatur kennt, weiß aber auch, dass Erzähler oftmals keine stilistischen Feingeister sind, dass ihre Geschichten zwar actionreich sind, die Figuren dafür aber flach wirken können. An erster Stelle wird meist Ernest Hemingway als guter Erzähler genannt, ich habe mich bei ihm allerdings oft gelangweilt. Die besten Erzähler sind für mich Isaac Asimov, Roald Dahl und Lion Feuchtwanger.

Leseempfehlung: „Die Foundation-Trilogie“ (Isaac Asimov)

 

Die Ideenreichen

Ich habe ein starkes Faible für Autoren mit vielen Ideen: Sie überraschen einen fortwährend mit aberwitzigen Handlungsbögen, großartigen Pointen, hochoriginellen Betrachtungen oder abgefahrenen Szenarios. Bei den Ideenreichen kommt das Denken in Gang, denn sie führen unsere Vorstellungskraft an Orte, auf die wir von allein gar nicht gekommen wären. Wer gute Fantasy, Science Fiction oder phantastische Literatur schreiben will, muss gute Ideen haben. Der Nachteil der Ideenreichen ist, dass sie sich oft allein auf ihre Originalität verlassen und eine Idee die an die nächste reihen, ohne daraus eine konsistente Geschichte zu formen. Dafür sind sie oft gute Beschreiber. Klassische Beispiele sind Douglas Adams und Terry Pratchett.

Leseempfehlung: „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ (Walter Moers)

 

Die Beschreiber

Den Beschreibern kommt es weniger auf eine rasante Handlung oder auf viele originelle Ideen an, oft ist das Szenario bei ihnen die Hauptperson. Wortreich und detailliert schildern sie die Eigenarten von Personen, die Rituale einer Religion, die Inneneinrichtung von Zimmern, die üppige Fauna der Wildnis, die Regeln einer sozialen Schicht oder die Funktionsweise von Maschinen. Zeiträume, die bei Erzählern in einem Halbsatz übersprungen werden, können sich bei ihnen endlos in die Länge ziehen, jede Handlung, jede Regung der Gestik oder Mimik wird genüsslich in ihre kleinsten Bestandteile zerlegt. Das kann schnell ermüdend werden, es sei denn, Beschreiber haben viele Ideen oder sind gute Beobachter oder gute Stilisten. Wer ein guter Beschreiber und Ideenreicher ist, den charakterisiere ich als „Fabulierer“ (z.B. Walter Moers). Guter Beschreiber und gute Stilisten hingegen ergeben zusammen „Atmosphäriker“ (z.B. H.P. Lovecraft). Das Erzählen geht den Beschreibern leider manchmal ab, aber wer es schafft, über zehn Seiten das Ticken einer Uhr oder die Verfärbung des Himmels zu schildern, ohne das man sich langweilt, vor dem habe ich höchsten Respekt. Es ist nicht schwer, viele Details aneinanderzureihen, aber wirklich gute Beschreiber sind selten. Beispiele: J.R.R. Tolkien, Siegfried Lenz, Dan Simmons.

Leseempfehlung: „Dune, der Wüstenplanet“ (Frank Herbert)

 

Die Beobachter

Beobachter dringen ins Innere, wo Beschreiber beim Äußeren geblieben sind. Statt Zustände festzuhalten, erforscht der Beobachter Prozesse, Verhaltensweisen und emotionale Schattierungen. Beobachter sind daher meist gute Psychologen (in einem nicht-klinischem Sinne). Sie durchschauen, wie die Welt tickt, welche Absurditäten unter der Oberfläche lauern und warum wir die Dinge tun, die wir tun. Oft habe ich bei guten Beobachtern das regelrechte Bedürfnis, einzelne Sätze in Stein zu meißeln, weil sie so wahr sind, weil sie Dinge offenbaren, die man von selbst bislang höchstens spüren, aber nicht formulieren konnte. Daher sind gute Beobachter auch diejenigen Literaten, die einem am meisten „bringen“, sie können das eigene Denken und Handeln grundlegend verändern, weil sie uns entscheidende Einsichten über uns selbst und unsere Mitmenschen ermöglichen. Gute Beobachter sind oft gute Beschreiber und Stilisten, das Erzählen liegt ihnen weniger im Blut. Beispiele: Max Frisch, Fjodor Dostojewski, Lion Feuchtwanger.

Leseempfehlung: „Erfolg“ (Lion Feuchtwanger)

 

Statistiken

Nun die Probe aufs Exempel: Ich habe eine Reihe von Autoren, die ich mehr oder weniger gut kenne, einmal auf ihre Eigenschaften abgeklopft, um herauszufinden, wer wie viel von was hat. Die Reihenfolge ist alphabetisch:

Douglas Adams (1952 – 2001)



Isaac Asimov
(1919 – 1992)



Arthur C. Clarke
(1917 – 2008)

Roald Dahl (1916 – 1990)

Philip K. Dick (1928 – 1982)

Arthur Conan Doyle (1959 – 1930)

Umberto Eco (1932)

Michael Ende (1929 – 1995)

Lion Feuchtwanger (1884 – 1958)

Max Frisch (1911 – 1991)

Hermann Hesse (1877 – 1962)

Janosch (1931)

H.P. Lovecraft (1890 – 1937)

Gabriel Garcia Marquez (1927)

Paul Maar (1937)

Karl May (1842 – 1912)

Walter Moers (1957)

Terry Pratchett (1948)

Otfried Preußler (1923)

Edgar Allan Poe (1809 – 1849)

Joanne K. Rowling (1965)

Anna Seghers (1900 – 1983)

Dan Simmons (1948)

J.R.R. Tolkien (1892 – 1973)

Robert Anton Wilson (1932 – 2007)

Albert Camus (1913 – 1960) (Gaststatistik von Tobias)

Wolfgang Koeppen (1906 – 1996) (Gaststatistik von Tobias)

Thomas Pynchon (1937) (Gaststatistik von Tobias)

Ich würde mich übrigens sehr über „Gast“-Statistiken freuen! Also wer mir einen Literaten schickt, der hier noch nicht aufgetaucht ist, den füge ich gerne als weitere Statistik in diese Liste mit ein, mit Kenntlichmachung des Urhebers (wenn gewünscht).

26 thoughts on “Die fünf Arten von Autoren

  1. Die Farbe bei „Beschreiber“ muesste etwas dunkler sein, man erkennt sie kaum. Und das Pratchett gar nichts von einem Erzaehler hat, darueber laesst sich streiten… xD Aber hier laesst sich ja ueber jeden der Autoren streiten, darum fasziniert mich die Idee wohl so. Spannend!

    Trotzdem solltest du anmerken, dass es einen gewissen Mr. McCloud gibt, von dem diese Idee ein wenig insppiriert zu sein scheint…

    • Das mit der Farbe ist mir leider zu spät aufgefallen, an meinem Röhrenbildschirm war das sehr gut zu sehen. Ich müsste jetzt alles nochmal als Bilder speichern und dafür bin ich gerade zu faul…

      Zu Pratchett: Ich finde er schreibt einfach nicht spannend. Meist sind seine Handlungen wirklich nur dazu da, seine Dialoge, Figuren und Ideen zu transportieren, aber speziell ab dem letzten Drittel seiner Bücher merke ich jedesmal, wie er jetzt hastig alle Handlungsfäden zusammenknotet, damit alles zum Ende kommt – zum Schluss finde ich es immer etwas anstrengend, ein Pratchett-Buch zu lesen.

      Ja, Scott McCloud und seine „Lagerfeuer-Theorie“ über die vier Schulen von Comic-Autoren stand natürlich Pate: http://www.guardian.co.uk/books/booksblog/2008/aug/26/thetribesofart

      Hast du noch Vorschläge für andere Autoren? Du hast doch viel Stephen King gelesen, oder?

  2. Jein, denn dass ich Stephen King gelesen hab, war so etwa mit 12 bis 13 Jahren – ich erinnere mich an fast nix. Ich weiss nur, dass es mich echt richtig gut gegruselt hat. Und die Verfilmungen Mist sind. Aber mehr is da leider nicht haengengeblieben.
    Kennst du eigentlich Alastair Reynolds? Wenn nicht, alles lesen!

    • Reynolds kenne ich nicht, aber ich bin in der Tat derzeit auf der Suche nach guter, spannender Science Fiction. Was schreibt der denn so? Und „alles“ will ich erst mal nicht lesen, was ist ein guter Einstieg?

      • Onkel Wiki sagt ueber AR:

        Reynolds wurde 1966 in Barry im Süden von Wales geboren. Er wuchs in Cornwall auf. Später studierte er Physik und Astronomie an der Newcastle University. 1991 zog er in die Niederlande, wo er seine spätere französische Frau Josette traf. Er arbeitete bis April 2004 als Wissenschaftler für die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA). Seither widmet er sich vollzeitlich der Schriftstellerei. Reynolds spezialisierte sich auf Hard Science-Fiction und Space Operas. Die deutschsprachigen Buchausgaben seiner Romane und Kurzgeschichten sind im Heyne-Verlag erschienen.“

        Ich sage:

        Also es gibt Einzelromane und eine Reihe, den Revelation-Space-Zyklus. Ich hab jetzt einen Grossteil davon gelesen und mag durch die Bank weg alles. Den kann man durcheinander lesen, da die Buecher auch zeitversetzt spielen, kennt man ja von anderen Zyklen.

        Du bekommst aber auch durch einen Einzelroman einen guten Einstieg. Von den fuenfen die es gibt, kenne ich vier und mag vor allem „Himmelssturz“. Ich erzaehl nix weiter dazu, mag nicht Spoilern.

        Sehr geil ist auch „Unendliche Stadt“, aber voellig anders, weil nicht im Weltraum angesiedelt und mit Steampunk-Atmo, die sonst in seinen Romanen nicht herrscht.

        Es gibt auch noch „Ewigkeit“, wieder was anderes, Film-Noir Charakter, gefiel mir persoenlich aber nicht so dolle – hab abgebrochen. Ich bin aber auch kein Film-Noir-Fan, kann daran liegen.

        Er probiert sich jedenfalls aus. Und dass er vom Science-Aspekt seiner Stories Ahnung hat, merkt man, das ist sehr angenehm!

        • Hab mir mal „Unendlichkeit“ besorgt (noch bevor ich deine Antwort gelesen hatte), und bin gespannt! Hatte mir vor kurzem mal die Space Opera „Menschen wie Götter“ von Sergei Snegow gekauft – und nach 200 Seiten (von knapp 1000) wieder an Amazon zurückgeschickt. Ich müsste mindestens 15 Jahre jünger sein, um diesen platten Quatsch zu ertragen; aber ich hab mich von den vielen positiven Rezensionen verleiten lassen – Leute, schreibt bitte niemals Rezensionen über Bücher, die ihr mal als Jugendliche ganz toll fandet, als ihr sonst noch nix besseres kanntet!

  3. Mir kommen eigentlich nur die Edelsteine in den Sinn: z.B. Camus (5-3-0-1-4), Wolfgang Koeppen (5-3-0-2-5), Thomas Pynchon (3-4-3-5-1). Im Grunde bin ich nur von Stilisten und Psychologisierern („Beobachtern“) begeistert, wie sie in Reinform vielleicht die französischen Moralisten vertreten (http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Moralisten). Zu den Erzählern finde ich leider nur selten Zugang, die beiden anderen Faktoren sind da fast schon Voraussetzung.

    • Danke für die Statistisken!

      „Zu den Erzählern finde ich leider nur selten Zugang, die beiden anderen Faktoren sind da fast schon Voraussetzung.“

      Ja, mit wachsender Leseerfahrung ging es mir ähnlich, reine Erzähler kann man wirklich erst genießen, wenn sie auch noch andere Fähigkeiten haben.

  4. Gute Idee und interessant zu lesen. Habe mir einige Anregungen geholt. Unterscheidest du bei Roald Dahl zwischen seinen Kinderbüchern und der Erwachsenen-Literatur? Welche Werke von Dahl gefallen dir besonders, welche von Simmons?

    Viele Grüße
    Ben

    • Bei Dahl unterscheide ich nicht wirklich, aber ich habe auf jeden Fall mehr von seinen „Erwachsenen“-Büchern gelesen, also „Küsschen Küsschen“ und andere Kurzgecshichtensammlungen. Von den Kinderbüchern habe ich eigentlich nur „mathilda“ gelesen, fällt mir gerade auf, die anderen Sachen kenne ich nur als Film. Ja, das ist ne Bildungslücke, ich weiß. Von seinen Kurzgeschichten liebe ich besonders „Mann aus dem Süden“ „William und Mary“ (schon fast Science Fiction) „Einsatz“ und „Der Butler“, aber eigentlich sind alle ziemlich gut.

      Von Simmons habe ich „nur“ ein Buch gelesen, nämlich „Die Hyperion-Gesänge“ aber bei 1500 Seiten darf ich mir glaube ich ruhig ein Urteil erlauben. Leider weiß ich nicht, was sonst noch gut von ihm ist, habe immer ein wenig den Eindruck, als wenn das sein überragendes Meisterwerk gewesen ist, und er danach nichts vergleichbares geschafft hat.

      Wenn du willst, kannst du gerne auch „Gaststatistiken“ weiterer Autoren nennen, ich füge sie dann in den Blogpost ein.

      • Danke für deine schnelle Antwort. Ich lese eher deutsche Klassiker, aber vielleicht bekomme ich mal eine Einschätzung hin.

        Liest du auch Krimis? Falls ja, welche Autoren schätzt du? Ich kenne kaum gute deutsche Krimiautoren.

        • Näh, Krimis lese ich kaum – mit Ausnahme der alten Sherlock Holmes-Geschichten von Arthur Conan Doyle. Deutsche Autoren kann ich daher nicht wirklich empfehlen.

          • Danke für deine Antwort. Was hast du denn von Paul Maar gelesen? Ich kenne den ersten Band der Sams. Fand ich klasse. Mehr habe ich noch nicht gelesen. Terry Pratchett versuche ich jetzt auch.
            Welche Comics kannst du empfehlen (Titel)? Danke.

          • Von Maar kenne ich die ersten vier Sams-Bücher (alle klasse), der Tag, an dem Tante Marga verschwand (Kurzgeschichten), Onkel Florians Fliegender Flohzirkus (großartig), In einem tiefen dunklen Wald, und bestimmt noch das ein oder andere mehr, aber alles schon länger her. Bei Pratchett lohnt es sich übrigens mit den Büchern „Die Farben der Magie“ und „Das Licht der Phantasie“ anzufangen, danach kann man nach Belieben lesen.

            Comics kann ich so einige empfehlen (außer Superhelden-Comics und Mangas): Auch wenn der Titel erst mal nach Kinder-Comics klingt, sind „Die haarsträubenden Abenteuer von Herrn Hase“ von Lewis Trondheim mit das beste, was es an Comics gibt, überhaupt ist alles von Trondheim (er ist Franzose) klasse. Guter Einstiegsband: „Slaloms“. Calvin und Hobbes kann ich auch sehr empfhelen, da kann man sich einfach einen Sammelband blind kaufen, „Bone“ von Jeff Smith, ein tausendseitiges Epos, alles von Will Eisner (z.B. „Ein Vertrag mit Gott“ oder „Zum Herzen des Sturms“) und „Isaak der Pirat“ von Christophe Blaine – ich könnte das endlos fortsetzen, aber das sind wirklich alles verdammt gute Comics.

  5. Vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort :)

    Paul Maar lese ich erst meinen Kindern wieder vor ;) Von Terry Pratchett habe ich mir gestern „Die Farben der Magie“ gekauft und werde es am Wochenende lesen. Ich bin gespannt. Von Roald Dahl fand ich übrigens die Geschichte mit dem Priester klasse.

    Früher habe ich auch Comics gelesen, aber nur Donald Duck ;) Ein Anhänger von Comics werde ich wohl nie. Aber als Anregung für witzige Dialoge oder Ideen sind Comics geeignet. Außerdem versuche ich mich grad als Zeichner, was ohnehin nicht gelingen wird ;)

    • „Früher habe ich auch Comics gelesen, aber nur Donald Duck“ Ok, dann kennst du wahrscheinlich wirklich noch nicht so viel. Ich empfehle dir wirklich mal „Slaloms“ oder „Verflucht“ von Lewis Trondheim zu lesen, das sind so die Comics, die ich meist Menschen empfehle, die bei Comics meist nur an was für Kinder denken. Ich würde sagen, das sind in der Welt der Comics so was wie die großen Gegenwartsromane in der Welt der Belletritik. Auch „Isaak der Pirat“ ist hier hier ein guter Einstieg.

    • Das sind eigentlich fast alle, die ich auch als Ideenreiche gelistet habe: Adams, Pratchett, Moers. Robert Sheckley (Science Fictio) ist auch sehr humorvoll, und saulustig fand ich früher immer die Berts-Katastrophen-Reihe von Sören Olsson und Anders Jacobsson, aber das sind schon eher Jugendbücher, weiß nicht, ob die auch so funktionieren. Aber generell muss man festhalten: Wirklich witzge Autoren gibt es ziemlich selten.

  6. Hey Erik,

    ich mal wieder ;) Was hast du denn von Janosch und Preußler gelesen, was kannst du empfehlen?

    Beste Grüße
    Benjamin

    • Hallo Benjamin,

      Otfried Preußler (1923 – 2013) – Gott hab ihn selig – habe ich natürlich als Kind und Jugendlicher unglaublich gerne gelesen, vor allem die ganze Hotzenplotzreihe und die kleine Hexe. Ein Buch, das man auch als Erwachsener mit viel Gewinn lesen kann und meiner Meinung nach wirklich große Literatur ist, ist „Krabat“. Ganz hübsch ist auch „Zwölfe hats geschlagen“, sehr schöne Nacherzählungen bekannter und unbekannter deutscher Sagen.

      Janosch ist eine Welt für sich, es gibt wenig von ihm, was ich nicht gelesen habe. Ähnlich wie bei Preußler haben mich damals auch die Hörspiele sehr fasziniert. Eines der schönsten und wichtigsten Bücher für mich war „Hannes Strohkopp und der unsichtbare Indianer“ – das sind Momente, wo Literatur zu Magie wird – auch „Die Löwenreise“ und „Der Quasselkasper“ waren für mich damals essenziel. Janosch ist auf eine beiläufige Weise unglaublich poetisch und seine Gedanken- und Bilderwelt haben etwas sehr zeitloses und slawisches, dass ich unheimlich lieben gelernt habe. Viele seiner Geschichten sind sehr kurz und finden sich im „Großen Janosch-Buch“, zwei davon, die ich auch sehr mag, sind „Der Josa mit der Zauberfiedel“ und „Der Musikant in der Luft“. Ein richtiger Roman – und richtig toll – ist hingegen „Schimanzki – Die Kraft der inneren Maus“. Ich hab damals auch mal eins von Janoschs Erwachsenen-Büchern gelesen und war ziemlich beeindruckt: „Gastmahl auf Gomera“. Kann mich aber kaum erinnern.

      Tja, reichlich Leseempfehlungen, was? Liest du auch mal was davon oder fragst du nur aus Neugier? :)

  7. Hey Erik, vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

    Sowohl als auch: Ich bin neugierig und suche neues, das ich lesen kann. Aber ich lese auch einiges von dem, das du mir empfiehlst, etwa Roald Dahl und Paul Maar. Ich lese halt auch viel Klassiker wie Heine und Stifter, packe aber immer mal moderne Literatur dazu.

    Viele Grüße
    Benjamin

  8. Hallo Erik,

    habe noch mal eine Frage: Wie steht es bei dir mit Humoristen wie Kurt Tucholsky und Erich Kästner? Liest du die auch? Oder wie steht es mit dem Meister der Schauerromantik E.T.A. Hoffmann, immerhin ein Vorläufer von Poe?

    Liest du auch die Klassiker, etwa Eichendorff, Fontane, Storm, Keller, Döblin, Grass oder Weltliteratur wie Dickens, Flaubert, Lee Harper, John Irving, P.D. James und Tschechow?

    Viele Grüße vom literaturinteressierten Benjamin

    • Hallo Benjamin,

      ich schätze Tucholsky sehr, da ich ja auch Satire schreibe (für den Eulenspiegel), aber ich kenne nur ein paar Texte von ihm. Kästner habe ich nie so richtig gelesen. Tatsächlich muss ich leider gestehen, dass ich von allen Autoren, die du in deiner Frage erwähnt hast, lediglich Eichendorff wirklich gelesen habe (aber nur die Gedichte), Dickens und Tschechow sind aber auf meiner To read-Liste. Kannst du mir da gute Einstiegswerke empfehlen?

  9. Hey Erik, du schreibst für den Eulenspiegel? Klasse, ich liebe Satire, auch den Postillon etwa.

    Einstiegswerke von Dickens und Tschechow oder von allen? Also Tschechow hat Dramen und Erzählungen geschrieben. Es gibt zahllose Ausgaben mit seinen Kurzgeschichten, worin auch „Die Dame mit dem Hündchen“ enthalten ist. Von Dickens ist natürlich Oliver Twist bekannt, aber ich denke, David Copperfield ist sein bestes Werk.

    Sonst: Eichendorff – Taugenichts, Storm – Schimmelreiter, Fontane – Effi Briest und Der Stechlin, Grass – Die Blechtrommel…die üblichen halt ;)

    Viele Grüße

    Benjamin

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