100 Songs, bei denen sich mein drittes Ohr öffnet

100 Songs, bei denen sich mein drittes Ohr öffnet

Rankings zu erstellen und persönliche Selbstbespiegelung zu betreiben habe ich auf diesem Blog bislang ja weitestgehend vermieden. Aber jetzt gönn ich mir mal was :)

Dies ist eine Liste meiner 100 Lieblingssongs. Die Auswahl erfolgte rein subjektiv, wichtig war nur, dass die Stücke mich beeindrucken, mich emotional berühren und… irgendwie besonders sind. All diese Songs sind für mich Momente, in denen Musik zu Magie wird.

Anfangs erstellte ich eine Auswahl mit 266 Songs, die ich dann auf 137 eindampfte. Dann erfolgte der schmerzhafte Prozess, die überfälligen Songs rauszuschmeißen, und eine grobe Reihenfolge des Ganzen festzulegen. Und da ich unkommentierte Listen langweilig finde, gibt’s jeweils noch ein paar Worte dazu, warum diese Stücke für mich so besonders sind. Ich habe versucht, jeden Song auch zum jeweiligen Audio zu verlinken, aber leider waren nicht immer alle Lieder verfügbar.

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1. „The Rainbow/Eden/Desire” (22:37) Talk Talk, 1988, Genre undefinierbar

So klingt also das Paradies… Vielleicht die einzige Musik, die in mir religiöse Gefühle auslöst. Ein Solitär der Musikgeschichte.

 

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2. „Which Will“ (2:58) Nick Drake, 1972, Singer-Songwriter

Die Intimität und Wärme, die Drake nur mit seiner Stimme und seiner Gitarre zu erzeugen vermag, macht mich immer wieder sprachlos.

 

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3. „Oh wie nah ist der Weg hinab“ (4:36) Popol Vuh, 1976, Hippe-Krautrock

Auf manchen Songs könnte man ganze Religionen errichten… „Oh wie nah ist der Weg hinab“ sollte im Duden als Definition unter „Euphorie“ stehen. Und unter „Schönheit“. Und „Glückseligkeit“.

 

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4. „Storm“ (22.40) Godspeed You Black Emperor!, 2000, Postrock

Erschaffung und totale Zerstörung in einem. Als würde man einem gigantischen Monolithen dabei zusehen, wie er in Zeitlupe umfällt – immer und immer wieder.

 

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5. „Ladies and Gentlemen, we are floating in Space” (3:41) Spiritualized, 1997, Psychedelic

Dem Titel ist nichts hinzuzufügen. Wenn ich jemals LSD nehme, kommt das auf meine Playlist – zum Niederknien!

 

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6. „Nightfall“ (2:33) Incredible String Band, 1968, Psychedelic Folk

Einer dieser Songs, die auf den ersten Blick total simpel scheinen, die sich aber in dutzende Richtungen bewegen und viele Türen aufstoßen, ohne selbst hindurch zu gehen. Hallt lange im Kopf nach, macht süchtig zum Mitsingen.

 

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7. „Ballettsuite Nr. 2“ (15:13) Maurice Ravel, 1912, Klassik

Mehr Sinnlichkeit geht nicht – Ravel gehört zu denen, die wirklich mit Musik malen können. Das Sonnenaufgangs-Crescendo überrollt mich jedesmal wie eine Monsterwelle.

 

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8. „Makeshift Swahili“ (4:04) This Heat, 1981, Genre undefinierbar

Es zischt, es kracht, es groovt, es fetzt – Prog und Punk brillant vereint! Der Gesang ist ebenso manisch wie betörend.

 

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9. „Jesus‘ Tod“ (8:38) Burzum, 1996, Black Metal

Musik direkt aus der Hölle: Der bösartigste, dämonischste, scharfkantigste Sound, den es gibt – als würde der Leibhaftige höchstpersönlich einer glühenden Erdspalte entsteigen…

 

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10. „The Lark Ascending” (14:45) Ralph Vaughan Williams, 1914, Klassik

Romantisch, sinnlich und durch und durch englisch. Genau wie ich es mag.

 

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11. „The Cinema Show“ (11:06) Genesis, 1973, Progressive Rock

So muß Prog sein – mit jeder Minute tun sich neue, ineinander verschachtelte Welten auf, die miteinander kommunizieren, sich durchdringen und gegenseitig transzendieren. Ein verwunschener viktorianischer Garten, in dem man sich voller Genuss verläuft.

 

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12. „Pink By White“ (5:26) Songs Of Green Pheasant, 2006, Dreampop

Melancholie für Fortgeschrittene – irgendwo zwischen Shoegaze, Postrock und endlos verhallten Stimmen tauchen ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolken.

 

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13. „Morning Glory“ (2:51) Tim Buckley, 1967, Singer-Songwriter

Zart hingetupft, aber dennoch großes Breitwand-Kino: Einen majestätischeren Westcoast-Sound wird man nur schwer finden.

 

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14. „Heaven Knows I’m Miserable Now” (3:36) The Smiths, 1984, Pop

Niemand kann schöner über Lebensangst und Verunsicherung singen, als Morrissey.

 

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15. „Dazed And Confused (live)” (15:33) Led Zeppelin, 1969, Psychedelic Hardrock

Mit diesem Song entdeckte ich die Band ein zweites Mal – live sind Led Zeppelin ein elektrisches Monstrum. Wo nehmen die bloß diese Energie her??

 

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16. „The Revealing Science Of God” (20:25) Yes, 1973, Progressive Rock

Vom ersten Meeresrauschen bis zum Verhallen der letzten Klänge entspinnt sich eine Reise voller ungeahnter Wunder.

 

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17. „To Here Knows When” (5:31) My Bloody Valentine, 1991, Shoegaze

Kein Song, sondern mehr ein Zustand – dieses Rauschen, dieses Dröhnen, dieses Rasen!! Man will es immer lauter und lauter und lauter drehen…

 

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18. „No Expectations“ (4:00) Rolling Stones, 1968, Bluesrock

Aus diesen Klängen habe ich mir mein ganz persönliches, mythisches Amerika-Bild zusammenphantasiert. Die perfekte Endzeit-Sonnenuntergangs-Ballade.

 

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19. „Amarok“ (60:00) Mike Oldfield, 1990, Progressive Rock

Aus den Ideen, die in diesem Brocken stecken, machen andere Bands ganze Karrieren. Eine Stunde dauert das Teil – und es wird nicht eine Sekunde langweilig.

 

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20. „The Musical Box“ (10:29) Genesis, 1971, Progressive Rock

„I’ve been waiting here for so long…“ Drama, Dynamik, göttliche Breaks und viktorianischer Surrealismus – vielleicht der perfekte Prog-Song.

 

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21. „Stairway To Heaven” (8:02) Led Zeppelin, 1971, Folk-Hardrock

Ja, manche können’s nicht mehr hören, aber „Stairway To Heaven“ ist einer der Gründe, warum ich angefangen habe, mich ernsthaft mit Musik zu beschäftigen. Gott, ich liebe es.

 

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22. „Once I Was” (3:23) Tim Buckley, 1967, Singer-Songwriter

Und wieder dieses mythische Westcoast-Amerika: Melancholie bei strahlendem Sonnenschein.

 

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23. „Northern Sky“ (3:45) Nick Drake, 1970, Singer-Songwriter

Die ersten Sterne erscheinen am Himmel und wir schauen nach oben.

 

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24. „Lovelight“ (11:30) Daturah, 2005, Postrock

Es ist schwer, ein Gefühl wie Liebe in Klänge zu übersetzen – Daturah haben es geschafft.

 

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25. „Diamond Day“ (1:47) Vashti Bunyan, 1970, Singer-Songwriter

Ein in seiner naiven Ernsthaftigkeit sehr berührendes British-Folk-Kleinod.

 

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26. „Welcome, Ghosts” (5:43) Explosions In The Sky, 2009, Postrock

Explosions In The Sky machen ihrem Namen alle Ehre. Das Wechselspiel aus filigranen, silbrigen Gitarren-Figuren und mächtigen Walls Of Sound ist einfach nur atemberaubend.

 

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27. „Cactus Tree“ (4:35) Joni Mitchell, 1968, Singer-Songwriter

Was für eine unglaubliche Stimme – vor allem, wenn sie (wie hier) mit sich selbst im Duett singt. Eine meiner Lieblingssängerinnen.

 

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28. „The Fool On The Hill” (3:00) The Beatles, 1967, Psychedelic Pop

Von so einem psychedelischen Garn lasse ich mich gern einspinnen.

 

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29. „Nightfall (For Boris P.)“ (4:22) Songs Of Green Pheasant, 2005, Postfolk

Besser kann man Lo-Fi nicht machen. Das Ende ist depressiv und heftig, aber erlösend.

 

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30. „Raconteur, Troubadour“ (4:03) Gentle Giant, 1972, Progressive Rock

Gentle Giant haben selbst für Prog-Verhältnisse einen außergewöhnlichen Stil – kompakt, spielfreudig, hyperkomplex und voller mittelalterlicher Symbolik.

 

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31. „Spell of Destruction“ (5:39) Burzum, 1993, Black Metal

Ein herrlich düsterer Reigen. Besonders beeindruckend ist der Gesang: Wie das Jammern eines im Sterben liegenden Pestkranken. Absolut angsteinflößend.

 

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32. „Zen (Ch’an) Of Water” (23:47) David Mingyue Liang, 1981, Klassik

Die Klänge flirren und perlen wie Wassertropfen über eine Lotus-Blüte. Ein asiatisches Klanggemälde voller bestrickender Details.

 

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33. „Dem Guten, Schönen, Wahren“ (6:10) Amon Düül II, 1969, Psychedelic Krautrock

Eine nächtliche, verdrehte Bibelstunde mit einer der groteskesten und eindrucksvollsten Gesangsdarbietungen aller Zeiten.

 

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34. „Suppers Ready“ (22:54) Genesis, 1972, Progressive Rock

Ein magischer Rausch, von dem man sich nur allzugerne verschlingen läßt. Am Ende, wenn die Apokalypse verhallt ist, hat man zwar nichts begriffen, aber man ist an einen Ort gegangen, den man nie für möglich gehalten hätte.

 

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35. „Yoo Doo Right“ (20:27) Can, 1968, Voodoo-Krautrock

„A drumbeat twentyfour hours a day…“ Eine der faszinierendsten Rhythmus-Erfahrungen meines Musik-Hörer-Lebens. Die Instrumente diktieren, wo es langgeht, nicht die Musiker.

 

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36. „The Gates Of Delirium” (21:53) Yes, 1974, Progressive Rock

Als versuche man immer tiefer in einen Orkan hineinzulaufen, um die Quelle seiner gigantischen Kraft zu ergründen – und am Ende nur Stille zu finden: „Soon, oh soon, the light…“

 

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37. „Strawberry Fields Forever” (4:10) The Beatles, 1967, Psychedelic Pop

Vielleicht der definitive John-Lennon-Song. Die britischen 60er in schönster Verklärung.

 

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38. The Witch Queen Of New Orleans (2:47) Redbone, 1971, Indianer-Funk

Redbone huldigen der Voodoo-Priesterin Marie Laveau mit einem Funk-Bolzen, der Tote nicht nur wiederzuerwecken sondern zum Tanzen zu bringen vermag.

 

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39. „The Bite“ (5:32) Comus, 1971, Freak-Prog-Folk

Wie subversiv Folk doch sein kann: Schräg, fies und stets mit einem teuflischen Augenzwinkern. Als hätte es eine Gruppe von Hexen nachts im Wald aufgenommen.

 

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40. „Ace Of Wands“ (5:23) Steve Hackett, 1975, Jazz-Prog

Das musikalische Gewissen von Genesis spielt sich frei – Hacketts bester Solo-Song.

 

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41. „In The Flowers” (5:22) Animal Collective, 2009, Genre undefinierbar

Schwer zu sagen, zu welchem Anlass man dieses psychedelische Elektro-Bombast-Brett spielen könnte – unter Olympia-Eröffnungsfeier geht’s eigentlich nicht.

 

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42. „Get On The Good Foot (live)” (4:24) James Brown, 1972, Funk

Das nennt man wohl einen Tanzbodenfeger: Absolut infektiöse Grooves vom Großmeister des Funk. Unbedingt in der schnellen Live-Version hören!

 

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43. „Celeste“ (4:11) Donovan, 1966, Psychedelic Pop

Ein Flug durch goldene Wolkengebirge in Richtung unablässig verschwimmender Horizonte.

 

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44. „Electric Feel“ (3:49) MGMT, 2007, Indietronic

Pop für das 21. Jahrhundert: Leuchtend, quirky, tanzbar und nicht ganz von dieser Welt.

 

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45. „Filthy Habits“ (7:33) Frank Zappa, 1979, Zappa halt

Was für eine neurotische Feedback-Orgie: Zappa mit einem Düster-Jazz, den man so kaum von ihm erwartet hätte.

 

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46. „I’d Rather Be The Devil (live)” (6:11) John Martyn, 1973, Jazz-Rock

Martyn transformiert einen Blues-Klassiker in ein pulsierendes Rhythmus-Gewitter.

 

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47. „Smokey Taboo“ (4:47) CocoRosie, 2010, Genre undefinierbar

Durch den Nebel dringt eine eigentümlich beschwörende Musik… „Smokey Taboo“ ist ein ebenso prätentiöses wie geniales Stück Avantgarde.

 

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48. „Diablo 2 Tristram“ (7:40) Matt Uelmen, 2000, Game-Musik

Albtraumhafte Bilder von Wildnis, Mittelalter und grauenhaften Kreaturen galoppieren vor dem inneren Auge des Hörers vorbei. Wie die Vertonung einer Wofsjagd.

 

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49. „The Hustle“ (4:03) Van McCoy, 1975, Disco

Ein absolut unwiderstehlicher Ohrwurm und perfektes Gute-Laune-Futter. Wer da nicht sofort anfangen will zu tanzen, dem hat vermutlich jemand die Schuhe zusammengebunden.

 

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50. „Larks‘ Tongues In Aspic (Part 2)” (7:07) King Crimson, 1973, Progressive Rock

Jazz und Metal präsentieren sich in diesem Song wie zwei ineinander verbissene Raubkatzen – und Löwenbändiger Robert Fripp läßt die Peitsche kreisen…

 

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51. „Taro“ (5:14) alt-J, 2012, Artfolk

Der Sound der Gegenwart: Postmodern, elektizistisch, retroesk und dennoch frisch wie der junge Morgen.

 

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52. „What You Were” (3:15) The Drums, 2011, Indiepop

The Drums vereinen mühelos das Beste von den Smiths und den Beach Boys in einem einzigen, kohärenten Stil. Suchtgefahr.

 

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53. „Sinister Exaggerator“ (3:28) The Residents, 1978, Genre undefinierbar

Weird, weirder, The Residents: Eine der wenige Bands, die es schaffen, Dinge zu spielen, die man so wirklich noch nie gehört hat.

 

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54. „Aht Uh Mi Hed“ (4:15) Shuggie Otis, 1974, Soul

Die psychedelische Eleganz der Beats und Sounds machen dieses Stück zu einem echten Ausnahme-Song des Soul.

 

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55. „The Last Human Gateway” (19:57) IQ, 1983, Neo-Prog

Jede Idee sitzt, jede Melodie geht ins Ohr, jeder Break setzt Glücks-Hormone frei. So macht man das.

 

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56. „Das grosse Tor von Kiew“ (6:52) Modest Mussorgsky, 1874, Klassik

Ein Hymnus von solch goldener Schwere, wie ihn nur ein Russe zu komponieren und ein Franzose (Ravel) zu orchestrieren vermag.

 

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57. „Theme from The Good, The Bad & The Ugly” (2:41) Ennio Morricone, 1966, Filmmusik

Italienische Oper, Kojoten-Geheul und keifende E-Gitarren – Morricone erschafft einen cineastischen Traum vom Wilden Westen, der so nie existierte. Klingt amerikanischer als jeder amerikanische Western-Soundtrack, der bis dato existierte.

 

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58. „Babe I’m Gonna Leave You” (6:41) Led Zeppelin, 1969, Flamenco-Hardrock

Innovativ, erotisch, krachend und angriffslustig: Bereits auf ihrem Debüt machten Led Zeppelin keine Gefangenen. Robert Plant singt in „Babe I’m Gonna Leave You“, also ginge es um Leben und Tod.

 

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59. „Long, Long, Long” (3:04) The Beatles, 1968, Artrock

Wehmut, Nachdenklichkeit und unstillbare Sehnsucht – ein kleine, oft übersehene George Harrison-Komposition. Nur eine von etlichen Perlen des Weißen Albums.

 

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60. „Interesting Results“ (2:45) Ariel Pink, 2002, Lo-Fi

Es ist einfach eine Freude, wie liebevoll unterproduziert diese Retro-Byrds-Hommage ist.  Vor allem, wenn ein brillianter Songwriter wie Ariel Pink sie einspielt.

 

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61. „Keep On Keeping On“ (5:10) Curtis Mayfield, 1971, Soul

„Keep On Keeping On“ hat alles, wofür man Curtis Mayfield liebt: Traumhafter Gesang, Wahnsinns-Groove, anspruchsvolle Beats.

 

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62. „Come To Daddy“ (5:08) Aphex Twin, 1997, Electro

Klingt immer noch moderner als alles, was derzeit an Elektro auf dem Markt ist. Auf jeden Fall zusammen mit dem Musikvideo von Chris Cunningham hören.

 

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63. „Death Valley ’69“ (5:32) Sonic Youth, 1985, No-Wave

Musik, die zum Zuhören zwingt. Ein unwiderstehlicher Sog aller negativen Emotionen, die man sich nur denken kann. Unbedingt auf den Text hören.

 

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64. „Plainsong“ (5:15) The Cure, 1989, Gothic

So schön kann Traurigkeit sein: Robert Smith suhlt sich im süßesten Schmerz, den man sich denken kann.

 

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65. „Jerk Of Life (live)“ (5:09) Kraan, 1975, Jazz(Kraut)rock

Kann eine deutsche Band funky sein? Sie kann – und wie! Ebenso explosiv wie lässig.

 

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66. „Summer Soldier” (10:23) Barclay James Harvest, 1972, Progressive Rock

Schöner die Gitarren nie wimmern… Ein Hippie-Prog-Epos von lieblich bis gewaltig.

 

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67. „Like To Get To Know You” (3:18) Spanky & Our Gang, 1968, Harmony Pop

Was für ein Songwriting, was für Melodien! Vielleicht die Definition von Harmony Pop.

 

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68. „Blind Love“ (7:44) Swans, 1987, Genre undefinierbar

Die Spannung packt einen sofort und der Minimalismus der Musik verstärkt die folgende Eruption nur umso mehr. Michael Giras diktatorische Stimme tut ihr übriges.

 

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69. „Galvanize“ (3:34) Chemical Brothers, 2005, Electro

Ausrasten mit Niveau: Die Hookline dieses Killer-Stompers trifft mich jedesmal wie ein elektrischer Schlag.

 

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70. „Bring Da Ruckus“ (4:11) Wu-Tang Clan, 1993, Hip Hop

Komplex, aggressiv und neurotisch – diese Beats erzählen wirklich eine Geschichte! Der Song, der mich nach jahrelanger Ablehnung zum Hip Hop-Fan gemacht hat.

 

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71. „Liar“ (6:25) Queen, 1973, Hardrock

Würde ich ohne weiteres gegen „Bohemian Rhapsody“ eintauschen: Queen ziehen alle Register ihres Könnens, jeder Schweißtropfen ist genau berechnet und doch ehrlich vergossen.

 

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72. „2000 Light Years From Home” (4:42) Rolling Stones, 1967, Psychedelic Rock

Wer hätte ihnen das zugetraut: Die Stones auf dem Space Rock-Trip! Etwas Vergleichbares haben sie nie wieder zustande gebracht.

 

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73. „The Raven” (3:58) Alan Parsons Project, 1976, Artrock

Eine solche Mischung aus Rock, Elektronik und Klassik hatte man bis dato noch nicht  gehört, Alan Parsons transportiert Poes Gothic-Stimmung aufs vorzüglichste. Undbedingt den 1987er Remix (ist verlinkt) mit dem hinzugefügten Gitarrensolo hören!

 

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74. „I Want You (She’s So Heavy)” (7:47) The Beatles, 1969, Artrock

Was machen die da eigentlich? Egal – es ist genial. Soul gepaart mit rauen Morricone-Gitarren und spacigem Fade-Out – die Erfindung von Postrock??

 

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75. „Neighborhood 2 (Laïka)“ (3:31) Arcade Fire, 2004, Artpop

Manchmal denkt man, im Pop hat man schon alles gehört – und dann kommt so was. Die Instrumentierung (das Akkordeon!) und der hysterische Gesang sind eine Wonne.

 

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76. „Nights In White Satin” (4:27) The Moody Blues, 1967, Progressive Pop

Ein Mellotron-Denkmal für die Ewigkeit – das majestätischste Instrument, das es gibt.

 

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77. „Where I End And You Begin” (4:29) Radiohead, 2003, Artrock

Ein hypnotisches Meisterwerk, der Vortrag von Thom Yorke fesselt von der ersten Minute an. „I will eat you all alive, and there will be no more lies…“

 

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78. „Ommadawn Pt. 1“ (19:22) Mike Oldfield, 1975, Folk-Prog

In 19 Minuten um die Welt mithilfe eines ganzen Fuhrparks akustischer Instrumente. Oldfields Höhepunkt als Kompositeur. (PS: Ursprünglich hatte ich hier „Ommadawn Pt. 2“ gelistet, aber nach nochmaligem Hören finde ich Pt. 1 doch noch stärker.)

 

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79. „Space Oddity“ (5:16) David Bowie, 1969, Psychedelic Artrock

Ein Astronaut verliert den Kontakt zur Bodenstation und geht in den Tiefen des Alls verloren – Major Tom ist ein Junkie, der auf seinem Trip hängenbleibt. Eine funkelnde Psychonauten-Hymne inklusive Mellotron-Bombast.

 

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80. „The Life Devine” (9:25) Carlos Santana & John McLaughlin, 1973, Jazzrock

Wozu Esoterik doch manchmal gut sein kann: Die Sri Chinmoy-Jünger McLaughlin und Santana verleihen ihrer Spiritiualität in dieser zehnminütigen Fusion-Ekstase eindrucksvoll Ausdruck.

 

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81. „Lesson No. 1 For Electric Guitar” (8:14) Glenn Branca, 1980, Genre undefinierbar

Minimal Music auf Rock übertragen: Glenn Brancas Gitarren-Orchester zelebrieren die süchtig machende Kraft der Wiederholung.

 

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82. „Sky Pilot” (7:29) Eric Burdon & The Animals, 1968, Rock

Episch, euphorisch und erschütternd: Burdons Anti-Kriegssong läßt uns daran teilhaben, wie junge Soldaten voller Hoffung aufbrechen und traumatisiert zurückkehren. Der kathartische Mittelteil trägt den Vietnam-Krieg direkt ins Wohnzimmer.

 

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83. „Ouvertüre (Sommernachtstraum)“ (11:46) Felix Mendelssohn Bartholdy, 1826, Klassik

Spielfreudig, dynamisch und abwechslungsreich – Klassik, die sich wie ein Prog-Song hören lässt.

 

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84. „2112“ (20:33) Rush, 1976, Heavy Prog

„We are the Priests of the Temple of Syrinx!“ So hätten Led Zeppelin wohl geklungen, wenn sie Prog gespielt hätten.

 

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85. „The End“ (11:43) The Doors, 1967, Psychedelic Rock

Ein ebenso düsterer wie verführerischer Schwanengesang auf die 60er, der Sitar-Spieltechniken auf die Gitarre überträgt. Morrissons bildgewaltige Lyrics stehen der Musik in nichts nach.

 

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86. „Peace Of Mind“ (2:21) Family, 1968, Proto-Prog

Der Prog lernt Laufen – als würden Genesis Bluesrock spielen. Chapmans Stimme ist das vokale Äquivalent zu Rory Gallaghers Gitarrensound.

 

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87. „In The Colosseum” (4:50) Tom Waits, 1992, Genre undefinierbar

Gehämmer auf Menschenknochen, Schläge auf Metall, blutiger Staub und die kaputteste Stimme der Welt: Der avantgardistische Waits in Höchstform.

 

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88. „Looking At My Front Door“ (4:09) Main Source, 1991, Hip Hop

Nur einer von etlichen Volltreffern aus „Breaking Atoms“, einem meiner Lieblings-Hip Hop-Alben. Soulig, clever, geht sofort ins Blut.

 

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89. „Flying“ (26:32) UFO, 1971, Boogie-Space-Rock

Eine Band mit mächtig Hummeln im Hintern: Dieser Beat könnte Raumschiffe antreiben!

 

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90. „I Wouldn’t More Be Like You“ (3:24) Alan Parsons Project, 1977, Disco-Artpop

Die Königsdiziplin: Songs komponieren, die Proggies genauso gerne hören, wie Disco-Gänger. Unfassbar gut produziert.

 

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91. „It’s All Too Much” (6:28) The Beatles, 1969, Psychedelic Rock

Und noch eine wenig beachtete Harrison-Komposition: Die Gitarren jubeln, der Beat wummert und wir klatschen selig in die Hände.

 

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92. „Warum geht es mir so dreckig?“ (5:10) Ton Steine Scherben, 1971, Polit-Rock

Über 40 Jahre alt und doch spricht es einen immer noch genauso stark an. Rio Reiser nimmt praktisch den Punk vorweg.

 

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93. „You Can Have It All” (2:52) George McCrae, 1974, Disco

George McCrae hebt die Kunst, Beat-Patterns übereinanderzuschichten, auf einen neuen Level – bereits jede einzelne Rhythmuslinie ist genial, zusammen sind sie göttlich.

 

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94. „Let It Be” (3:50) The Beatles, 1970, Pop

Manche Songs liebt man eine gewisse Weile, und nach ein paar Jahren kühlt diese Liebe einfach ab. Das ist mir schon mit vielen Bands passiert – mit den Beatles fast noch nie.

 

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95. „Karn Evil 9 (live)” (29:38) Emerson, Lake & Palmer, 1974, Progressive Rock

Größenwahn muss nichts Schlechtes sein, im Gegenteil: Wenn er mit entfesselter Spielfreude gepaart ist, erzeugt er die schönste Kunst überhaupt.

 

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96. „Old Man Going“ (3:08) Pretty Things, 1968, Psychedelic Rock

Ein Biest von einem Song: Schneidend, knochentrocken und wie durch ein Nadelöhr gespielt. Eine der härtesten Einspielungen der 60er.

 

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97. „I Fought The Law” (2:17) Bobby Fuller, 1966, Rock ‘n’ Roll

Für viele Menschen war die Rock ’n‘ Roll-Ära die beste Zeit, die es in der Pop-Musik je gab. Wer diesen Song hört, versteht ein wenig, warum.

 

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98. „Music For A Large Ensemble” (15:38) Steve Reich, 1978, Minimal Music

Eine der radikalsten und spannendsten Wendungen in der Klassik: Totale Harmonie, totale Wiederholung, totale Hörbarkeit.

 

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99. „The Sea“ (3:45) Thomas Dvorak, 2009, Game-Musik

Mein Lieblingsstück aus einem der schönsten und innovativsten Game-Soundtracks (Machinarium), die ich kenne.

 

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100. „Won’t Get Fooled Again” (8:32) The Who, 1971, Rock

Pure Kraft dringt aus jeder Ritze: Eines der stärksten Statements von einer der stärksten Bands überhaupt – inklusive Synthesizer-Experimente.

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2 thoughts on “100 Songs, bei denen sich mein drittes Ohr öffnet

  1. einfach klasse ,ich bewerte Sie/Dich mit 5 Sternen (von 5) !
    Bin ja kaum noch auf der Erde, wegen meiner Arbeit, und
    meistens 2000 Lightyears from Home. Gruss Fred

  2. Ach wie schön und friedlich wäre die Welt, gäbe es mehr Menschen mit einem so vortrefflichen Musikgeschmack!

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