Hier könnten Drachen sein: Eine Liebeserklärung an alte Fantasy- und Science Fiction-Illustrationen

Welche gruseligen Buch-Illustrationen mich als Kind in ihren Bann gezogen haben, warum vergilbte Paperbacks bis heute eine comfort zone für mich sind, in welcher Hinsicht Illustrationen klassischer Kunst überlegen sind, und weshalb ich die Geschichten hinter den Bildern bewusst ignoriere.

Ich liebe Fantasy-, Science Fiction- und Horror-Illustrationen: Sobald Märchentürme, Raumschiffe, Drachenhorte, Zauberwälder, Geisterschlösser, fremde Planeten, flackernde Verliese und futuristische Städte aus den Buchseiten emporzuwachsen beginnen, bin ich gefesselt.

Diese Leidenschaft begleitet mich seit meiner Kindheit. Sie hat ihren Ursprung in meinem bis heute bestehenden Bedürfnis, mich in fremde Welten zu flüchten, wenn mir die Realität zu grau, zu kalt und zu entzaubert vorkommt – was ziemlich oft der Fall ist.

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Indische Beobachtungen 6 – Ameisen-Angriff, Buchläden, Sonne, Mond & Sterne

Indische Beobachtungen

Ameisen-Angriff

Auf meiner Farm zog ich immer meine Sandalen aus, bevor ich ins Haus ging, und ließ sie dann nachts einfach draußen stehen. Als ich einmal Morgens aus dem Haus ging und meine Schuhe anziehen wollte, blieb ich erschrocken stehen: Meine Sandalen waren über und über mit Hunderten von Ameisen bedeckt! Und nicht nur das, auf den Sandalen und rundherum waren bereits die Anfänge eines Ameisenhügels aus Sandkörnern zu erkennen. Als ich die Schuhe mit einem Stock vorsichtig anhob, sah ich, dass auch die Unterseite komplett mit Ameisen (und zwar Soldaten) bedeckt waren – sie hätten sie quasi wegtragen können.

Mein Host erklärte mir, dass dies selten passiere, wenn, dann aber richtig: „Manchmal zerstören die Ameisen die Schuhe richtig, weil sie lauter Löcher hineinbeißen.“ So weit ließ ich es natürlich nicht kommen: Nach ein paar Schwällen Wasser waren meine Schuhe wieder Ameisenfrei (sie kamen allerdings ein-zweimal wieder, nachdem ich die Sandalen ein paar Meter weggestellt hatte…).

Ameisen waren schon zuvor ein Ärgernis für mich: Im Garten haben sie mich ständig gebissen und auch in meinem Rucksack hatte ich schon mehrmals eine Ameisenplage. Das liegt daran, dass ich stets irgendwelchen Süßkram und Kekse mit mir rumtrage. Wenn ich den Rucksack im Haus stehen ließ (auch geschlossen) und eine der Kekspackungen nur ein einziges, winziges Loch hatte, führte sofort eine Ameisenstraße in meinen Rucksack (diese Ameisen waren viel kleiner als die, die meine Schuhe angegriffen haben). Weiterlesen