Hier könnten Drachen sein: Eine Liebeserklärung an alte Fantasy- und Science Fiction-Illustrationen

Welche gruseligen Buch-Illustrationen mich als Kind in ihren Bann gezogen haben, warum vergilbte Paperbacks bis heute eine comfort zone für mich sind, in welcher Hinsicht Illustrationen klassischer Kunst überlegen sind, und weshalb ich die Geschichten hinter den Bildern bewusst ignoriere.

Ich liebe Fantasy-, Science Fiction- und Horror-Illustrationen: Sobald Märchentürme, Raumschiffe, Drachenhorte, Zauberwälder, Geisterschlösser, fremde Planeten, flackernde Verliese und futuristische Städte aus den Buchseiten emporzuwachsen beginnen, bin ich gefesselt.

Diese Leidenschaft begleitet mich seit meiner Kindheit. Sie hat ihren Ursprung in meinem bis heute bestehenden Bedürfnis, mich in fremde Welten zu flüchten, wenn mir die Realität zu grau, zu kalt und zu entzaubert vorkommt – was ziemlich oft der Fall ist.

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Migration ist mehr Lösung als Problem

Warum unser Diskurs über Migration völlig verzerrt ist, wieso Abschiebungen die Kommunen nicht entlasten, wovon die SPD gerade ablenken will, und was unsere eigentlichen Probleme sind.

Was sind derzeit die größten Probleme in Deutschland? Klimawandel? Erstarkender Rechtsextremismus? Wachsende soziale Ungleichheit? Marode Infrastruktur? Quatsch – alles nur Kinkerlitzchen gegen unser eigentliches Hauptproblem – Migration!

In einer ARD-Umfrage vom 13. Oktober gaben 44 Prozent der Befragten an, dass sie „Zuwanderung / Flucht“ derzeit als das größte Problem in Deutschland betrachten. „Klimawandel“ fanden gerade mal 18 Prozent am schlimmsten, „Soziale Ungerechtigkeit“ nur 13 Prozent. Rechtsextremismus kam gar nicht vor.

Ist das euer Ernst?

Deutschland ist eines der Länder mit der ältesten Bevölkerung weltweit (aktuell auf Platz acht), massenhaft gehen Menschen in Pension, das Rentensystem wackelt und es fehlen Fachkräfte in allen Bereichen – DAS ist ein Problem! Lösen könnte man es – manche ahnen es schon – durch Migration.

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Ich will wieder Bock auf die Zukunft bekommen

Warum wir das Richtige aus den falschen Gründen tun sollten, welche neuen Klimarettungs-Geschichten wir bräuchten, und warum wir uns auf die Reise zur Erde begeben müssen.

Die Zukunft war mal etwas, wo man gerne hinwollte: Phantastische Städte, technische Wunderwerke, wissenschaftlicher Fortschritt, die Überwindung von Hunger, Krieg und Krankheit, eine friedliche, geeinte Welt. Von den 30ern bis in die 70er Jahre waren vor allem Science Fiction-Romane, -Comics und -Filme voller gleißender Zukunftsvisionen. Heute werden diese futuristischen Phantasien als naiv belächelt. Doch die Menschen waren damals zu Recht so fortschrittsgläubig, schließlich gab es genügend technische Möglichkeiten, um solch rosige Aussichten in die Realität umzusetzen.

Leider kam es anders, und heute schauen wir nicht mehr so euphorisch nach vorne. Um einen früheren Essay von 2012 zu zitieren:

„Science Fiction bedeutete früher einmal, von der Zukunft zu träumen, doch genau die macht uns seit mindestens zehn Jahren nur noch Angst. Die Science Fiction, die bereits in unserem Alltag angekommen ist, reicht uns schon: Überwachung wie in „1984“, ein von Großkonzernen kontrolliertes Internet wie in „Neuromancer“, Gentechnik wie in „Schöne neue Welt“, Kampfroboter wie in „Star Wars“. Irgendwie fällt es uns schwer zu glauben, die Zukunft könne durch Technik besser werden.“

Leider haben wir zu Recht Angst vor der Zukunft, vor allem wegen des Klimawandels. Es ist mittlerweile offensichtlich, dass die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen kein weit entferntes Horror-Szenario mehr ist, sondern dass wir mit Vollgas auf diese Wand zusteuern. Wenn wir die Kipppunkte überschreiten, große Teile der Erde durch Hitze oder Überflutung unbewohnbar werden und gigantische Migrationsbewegungen einsetzen, dann wird die Geschichte der Menschheit ein paar sehr hässliche Kapitel bekommen.

Natürlich will niemand diese Geschichte hören und es ist schon öfters zu Recht darauf hingewiesen worden, dass es der Rettung des Klimas nicht unbedingt hilft, wenn unentwegt sein Untergang heraufbeschworen wird. Engagement wird so möglicherweise eher gelähmt als gefördert.

Deshalb brauchen wir eine zweite Geschichte. Eine, die alle gerne hören wollen.

Sie könnte zum Beispiel so gehen:

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Highliteratur – Klassische Drogenbücher (Teil 2)

„Fear And Loathing In Las Vegas“ (Hunter S. Thompson), „Junkie. Bekenntnisse eines unbekehrten Rauschgiftsüchtigen“ (William S. Burroughs), „LSD, mein Sorgenkind“ (Albert Hofmann)

Es hat ein wenig gedauert mit dem zweiten Teil von „Highliteratur“, in der ich klassische Texte zum Thema Drogen näher beleuchte, aber dafür sind die Besprechungen diesmal auch ein wenig ausführlicher geworden. Wie zuvor habe ich versucht, möglichst verschiedene Bücher aus verschiedenen Zeiten und zu verschiedenen Drogen auszuwählen.

Hunter S. Thompson „Fear And Loathing In Las Vegas“ (1971)

„Wir waren irgendwo bei Barstow am Rande der Wüste, als die Drogen zu wirken begannen. Ich weiß noch, dass ich so was sagte wie: ‚Mir hebt sich die Schädeldecke; vielleicht solltest du fahren…’ Und plötzlich war ein schreckliches Getöse um uns herum, und der Himmel war voller Viecher, die aussahen wie riesige Fledermäuse, und sie alle stürzten herab auf uns, kreischend, wie ein Kamikaze-Angriff auf den Wagen, der mit hundert Meilen Geschwindigkeit und heruntergelassenem Verdeck nach Las Vegas fuhr. Und eine Stimme schrie: ‚Heiliger Jesus! Was sind das für gottverdammte Biester?’“ (Zweitausendeins 1996, S. 11)

Mit diesen Worten beginnt das vielleicht berühmteste Drogenbuch der Welt: „Fear And Loathing In Las Vegas, A Savage Journey To The Heart Of The American Dream“, so der volle Titel des Kultromans vom Hunter S. Thompson, der 1998 kongenial von Terry Gilliam verfilmt wurde.

Worum geht’s? Das Buch spielt Anfang der 70er Jahre: Die USA werden von Richard Nixon regiert, Jimi Hendrix und Janis Joplin sind tot, Woodstock ist längst Geschichte, in Ohio wurden vier Studierende erschossen, die gegen den Vietnam-Krieg demonstriert haben.

Sportjournalist Raoul Duke und sein Anwalt Dr. Gonzo werden nach Las Vegas geschickt, um dort über das Mint 400-Motorrad-Rennen sowie einen Polizeikongress über Drogen zu berichten. Beides wird schnell zur Nebensache, viel wichtiger für die beiden auf Krawall gebürsteten Chaoten ist es, ununterbrochen Drogen zu konsumieren, egal ob Meskalin, Kokain, Alkohol, LSD, Gras, Poppers oder Äther – nur keinen Moment der Klarheit zustande kommen lassen zwischen den sich überlagernden Rauschzuständen. Weiterlesen →

Highliteratur – Klassische Drogenbücher (Teil 1)

„Bekenntnisse eines englischen Opiumessers“ (Thomas de Quincey), „Annährungen. Drogen und Rausch“ (Ernst Jünger), „Der Electric Kool-Aid Acid Test“ (Tom Wolfe)

Drogenerfahrungen zeichnen sich durch etwas aus, was sie für die Welt der Literatur denkbar ungeeignet macht: Sie lassen sich nur schwer in Worte fassen. Ja, gewisse Drogen und ihre Effekte entziehen sich der Verbalisierung fast vollständig und können kaum nachvollzogen – geschweige denn verstanden – werden, wenn man sie nie selbst konsumiert und erlebt hat. Doch gerade die Herausforderung, das Unbeschreibliche zu beschreiben, ist immer ein Reiz für Schriftsteller_innen und Dichter_innen gewesen, die ihr ganzes Sprachrepertoire aufbieten müssen, um von ihren Reisen durch die unbekannten Kontinente der Psyche zu berichten.

Dabei kommen faszinierende, teils poetische, teils erschreckende, in jedem Fall aber höchst lesenswerte Texte heraus, die Geist und Körper in Extremsituationen schildern. Auch für die Leser_innen hat dies einen offenkundigen Reiz: Sie können ihre Neugier über Drogen und deren Folgen befriedigen, ohne sie selber nehmen zu müssen.

Ich beschäftige mich seit über einem Jahr mit diesem speziellen „Zweig“ der Literatur, der weit über die bloße Beschreibung hedonistischer Exesse hinaus geht, sondern im Laufe der Jahrhunderte eine Fülle kultureller, psychologischer, philosophischer und spiritueller Reflektionen hervorgebracht hat. Auch wenn ich ursprünglich begonnen habe, diese Bücher rein aus Neugier und Vergnügen zu lesen, wurde mir mit fortlaufender Lektüre immer klarer, dass die Begegnung von Mensch und Droge (und ihre literarische Verarbeitung) uns viel über das Menschsein lehren können: Über unsere Träume, unsere Bedürfnisse, unseren Willen, unsere Sinne und unsere Grenzen.

Im ersten Teil von „Highliteratur“ möchte ich drei dieser Bücher vorstellen, Teil 2 und 3 sind bereits fest geplant, weitere Teile werden folgen, wenn ich neue Bücher gelesen habe.

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Warum Terror funktioniert

Warum Menschen, die nichts getan haben, unbegrenzt inhaftiert werden können, warum wir Terrorist_innen zu Gesetzgeber_innen machen, und was die einzig sinnvolle Methode gegen Terror ist.

Ich habe kürzlich eine Meldung gelesen, die mich wirklich schockiert hat: Die Süddeutsche Zeitung berichtete von einem Land, in dem Menschen, die nichts Strafbares getan haben, praktisch auf unbegrenzte Zeit ins Gefängnis gesperrt werden können – ohne Anklage, ohne Prozess. Gedacht ist sie für Menschen, von denen die Polizei annimmt, dass sie vielleicht einmal etwas Strafbares tun könnten. Für diese „Präventivhaft“ gibt es keine Obergrenze, eine Richter_in muss sie lediglich alle drei Monate bestätigen. Dies wurde in einem neuen Gesetz festgeschrieben, mit der Begründung, gegen potentielle Terrorist_innen und Extremist_innen vorgehen zu wollen.

Das Land, in dem dieses Gesetz beschlossen wurde, ist nicht die Türkei, nicht Russland, nicht Nordkorea – es ist Bayern. Am 19. Juli 2017 beschloss die CSU hier das Polizeiaufgabengesetz, dessen Inhalt sehr viel treffender mit „Unendlichkeitshaft“ (Heribert Prantl) zu bezeichnen ist. Bereits das zugrunde liegende Konzept des „Gefährders“ ist höchst problematisch und eine Unterhöhlung eines unserer wichtigsten rechtsstaatlichen Prinzipien: Der Unschuldvermutung.

Katalog der Grausamkeiten

Es ist nicht die erste Gesetzes-Verschärfung dieser Art, wir haben in den vergangenen Monaten und Jahren eine beunruhigende Zahl ähnlicher Maßnahmen beobachten können, die die Befugnisse von Sicherheitsbehörden ausweiten und den Überwachungsstaat weiter ausbauen:

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„Wir sind das V-, äh, die Alternativen!“

Wer alternativ ist, denkt progressiv, kritisch, links – oder? Von der drohenden Umdeutung einer unserer wichtigsten Ideen

„Alternative“ ist ein urdemokratisches Wort: Es bedeutet, zwischen zwei oder mehreren Optionen die Wahl zu haben. Es bedeutet, aus alten Denkmustern auszubrechen, scheinbar Normales zu hinterfragen, neue Wege zu gehen. Oft wird es als Synonym von „links-alternativ“ verwendet, als eine moderne Übersetzung von „utopisch“ im besten Sinne des Wortes.

Doch der emanzipatorischen Vokabel scheint ein Bedeutungswandel zu drohen: Eine rechtspopulistische Partei reklamiert erfolgreich für sich, eine „Alternative für Deutschland“ zu sein, ihr Wählerspektrum informiert sich bevorzugt in „Alternativmedien“ wie Russia Today, Compact oder KenFM. Wer nach „alternativ“ googelt, findet als siebenten Treffer das Video-Portal „Alternativ.TV“, eine bunte Mischung aus Verschwörungstheorien, Globalisierungskritik, Esoterik und rechter Hetze. Kürzlich ging die Trump-Beraterin Kellyanne Conway sogar so weit zu sagen, das Weiße Haus biete „alternative Fakten“ (also Lügen) an, weil dem Sprecher des Weißen Hauses die Berichterstattung über die Realität nicht gefiel.

Ein ähnliches Muster zeigt sich bei der „Alternativ-Medizin“, die ebenfalls einfache Lösungen für komplexe Probleme verspricht: Negativfolie von Homöopathen, Naturheilern und Anthroposophen sind allerdings nicht die etablierten Medien und Parteien, sondern die Schulmedizin.

Bei all diesen Beispielen zeigt sich, dass „alternativ“ in gewissen Kreisen immer mehr wie „postfaktisch“ verwendet wird, sowie im Sinne von „dagegen“ statt „für etwas anderes stehend“. Diese „Alternativen“ träumen nicht von etwas Neuem, sondern von etwas Altem, von der Vergangenheit. Weiterlesen →

Check mal deine Haare!

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Warum einige Menschen finden, dass es rassistisch ist, wenn Menschen mit heller Hautfarbe Dreadlocks tragen, weshalb ich finde, das dies nicht rassistisch ist, und auf welche Irrwege das Konzept von „Kultur-Klau“ geraten kann

Neulich stieß ich auf einen Artikel des Missy Magazins, in dem überaus polemisch über die Fusion hergezogen wurde. Ein Kritik-Punkt lautete:

„Kurz dachte ich, ich sei auf einer „White Dreadlocks“-Convention gelandet. Ich fragte mich, wie viele weiße Personen mit Filzhaaren aus Deutschland eigentlich nicht zur Fusion gefahren sind. Zwei Infos hätten zum Thema weißsein und Dreadlocks weiter verbreitet werden müssen: dass es eine kolonialrassistische Praxis ist und zusätzlich einfach scheiße aussieht.“

Dies war das erste Mal, das ich von der These hörte, Dreadlocks seien rassistisch, wenn sie von Menschen mit heller Hautfarbe getragen werden.

Schneid die Dreads ab, Weißer!

Ich selbst trage keine Dreadlocks, kenne aber aus meinem Umfeld viele Menschen, die sie tragen und bewege mich häufig in Kreisen (Festivals, Goa-Partys, linksalternative Projekte), wo Dreadlocks schon fast alltäglich sind und man sie zum Teil kaum noch wahrnimmt. Die meisten Menschen, die ich kenne und die Dreadlocks tragen, sind alles andere als Rassisten, ganz im Gegenteil.

Die These, die ich in verschiedenen anderen Artikeln wiederfand, lautet: Dreadlocks sind historisch ein Symbol von Abgrenzung und Widerstand einer unterdrückten, schwarzen Minderheit gegen koloniale, weiße Herrschaft, und wer sie als Weißer trägt, eignet sie sich sozusagen an (= klaut sie), ohne etwas über diese Hintergründe zu wissen. Dies verwässere zum einen die originale Bedeutung von Dreadlocks und stellt zum anderen einen Akt von „freundlichem Kolonialismus“ dar, der wiederum für Schwarze beleidigend sei. Einige Autoren verbanden damit die direkte oder indirekte Forderung : Leute, schneidet eure Dreads ab oder lasst es gleich sein.

Ungeachtet aller historischen Diskurse und Argumente war mein erstes und stärkstes Gefühl angesichts der Forderung, keine Dreadlocks zu tragen: Niemand hat mir vorzuschreiben, wie ich auszusehen habe. Dass genau das in diesen Artikeln verlangt wird, empfand ich als übergriffig, vor allem, weil es Forderungen sind, die sich auf den eigenen Körper beziehen. Weiterlesen →

Regularize it!

Regularize it

Warum Drogenverbote nicht funktionieren, wieso Legalisierung immer auch Regulierung heißen muss, warum eine liberale Drogenpolitik strenger wäre, als die jetzige, und weshalb wir den Umgang mit Drogen neu erlernen müssten

Diskussionen über die Legalisierung von Drogen sind von einer gewissen Fantasielosigkeit geprägt: Allgemein scheint die Vorstellung zu herrschen, dass sich beispielsweise nach der Legalisierung von Cannabis Hinz und Kunz am Kiosk ihre Familienpackung Gras kaufen können und alle nur noch in der Ecke sitzen und sich die Birne wegkiffen – nee, dann doch lieber verbieten!

Irgendwie können sich viele Menschen nur diese zwei Szenarien vorstellen – totales Verbot oder totale Legalität (= Zusammenbruch der Gesellschaft). Warum wird nie an den Zwischenschritt der Regulierung gedacht?

Gerade was Cannabis angeht, kommt die Debatte aber langsam in Bewegung: Bei Politik und Medien setzt sich immer stärker die Erkenntnis durch, dass die Kriminalisierung von Cannabis nicht nur unsinnig sondern auch schädlich ist und mit der gleichzeitigen Legalität von Alkohol und Tabak kaum zu vereinbaren ist. Der Entwurf der Grünen für ein Cannabis-Kontrollgesetz geht genau in die richtige Richtung, wie man schon am Namen sehen kann: Ziel ist nicht die schrankenlose Verbreitung sondern eine kontrollierte Abgabe mit klaren Regeln.

Drogenverbote töten

Aber warum sollten Drogen (zumindest die gängigen) eigentlich legalisiert und reguliert werden? Zunächst einmal, weil die Verbote ihren Zweck nicht erfüllen: Obwohl Cannabis, LSD, Kokain & Co. allesamt verboten sind, werden sie doch alltäglich konsumiert und sind in der Regel auch leicht zu bekommen. Allerdings haben Konsumenten aufgrund des völlig unkontrollierten Schwarzmarktes meist keinerlei Informationen über Reinheit und Wirkstoffgehalt der von ihnen erworbenen Substanzen – dies führt zu lebensgefährlichen Nebenwirkungen durch giftige Streckstoffe und zu tödlichen Überdosierungen.

Drogenverbote sind mitverantwortlich für sogenannte „Drogentote“ (ein irreführender Begriff, da die meisten frühzeitig verstorbenen Konsumenten nicht an der Droge selbst sterben, sondern an den durch die Kriminalisierung verursachten Begleitumständen). Weiterlesen →

Das Privileg, nicht angegafft zu werden

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Warum weibliche Brustwarzen eine Ordnungswidrigkeit sein können, weshalb es nutzlose Solidarität ist, als Mann das T-Shirt anzulassen, wieso wir Nacktheit immer nur als sexuell wahrnehmen und wie man diese Zustände in utopischen Testräumen überwinden könnte

Es ist mittlerweile in vielen linksalternativen Zentren/Clubs gang und gäbe, dass Mann sein T-Shirt nicht ausziehen soll. Diese Veranstaltungspolitik ist immer wieder Gegenstand von Kontroversen, häufig etwa, wenn beim Auftritt einer Band der Schlagzeuger, der nun mal am schnellsten ins Schwitzen gerät, sein T-Shirt auszuzieht.

Genau so ein Fall führte vor ein paar Jahren zu einem Zwischenfall, der im Netz ebensoviel Aufmerksamkeit wie Unverständnis auslöste: Die Punkband Feine Sahne Fischfilet spielte am 20. September 2013 im Autonomen Jugendzentrum Biefefeld. Der Drummer zog sein T-Shirt aus, die Veranstalter unterbrachen das Konzert daraufhin für 20 Minuten. Der Musiker zog sein T-Shirt wieder an, das Konzert ging weiter.

Ich selbst habe schon häufiger von befreundeten Musikern ähnliche Geschichten gehört und anfangs ebenfalls mit Unverständnis darauf reagiert: Dass Männer, die den nackten Oberkörper zeigen, damit Frauen belästigen oder unterdrücken, schien mir doch eine recht übertriebene Auslegung von Sexismus zu sein. Weiterlesen →