In den letzten Monaten ist mir eine Reihe von Bands aufgefallen, die alle einen ähnlichen Ansatz verfolgen: Heftiges Gefrickel mit sehr roher Produktion und punkigem Gesang, man könnte es vielleicht als Mathpunk bezeichnen oder eben als „Prunk“. Irgendwie ist das gerade mein Lieblingsgenre, vor allem die Kombination aus Komplexität und Punk-Gesang gefällt mir extrem gut, also war mal wieder ein neues Mixtape fällig. Das „Prunk“-Tap No.1 findet ihr hier.
Sie haben zu allem eine Meinung, einen beschissenen Modegeschmack und wissen, wie man von schräg oben ein Selfie macht? Dann sollten sie ihren bisherigen Beruf an den Nagel hängen – werden sie Influencer*in!
Das Internet hat schon viele neue Spezies hervorgebracht: Den Nazi-Troll, die Youtube-Millionär*in, die Amateur-Pornodarsteller*in. In diese Aufzählung reiht sich eine Lebensform ein, die alle schlechten Eigenschaften der Erstgenannten in sich vereint: Die Influencer*in. Sie sind die Zampanos der sozialen Medien, die MTV-Moderator*innen und Sportpalastredner*innen der Gegenwart, die drei großen M’s – Meinungsmacher*innen, Markenbotschafter*innen, Minderbemittelte.
Nicht nur sprachlich sind Influencer*innen mit der landläufigen Influenza verwandt, denn sie sind eine wahre Pest: Sie tummeln sich auf Facebook, Instagram und Youtube, haben dort mehr Follower*innen als alle Bundestagsparteien Mitglieder, und sie posten im Schnitt alle zwölf Sekunden ein neues Foto oder Video von ihrem Essen, ihrer Kleidung oder ihrer Schuppenflechte mit den entsprechenden Hashtags #yummy #fancy #scratchy.
Zu dumm zum Konsumieren
Was bei anderen User*innen der sozialen Medien schlicht als Digital-Exkremente erkannt und ignoriert würde, wird bei Influencer*innen durch wundersame Weise zu „Content“, der tausende von Likes und Shares erhält und seine Klickzahlen in Gold wert ist.
Warum? Dank des Internets wissen wir: Es gibt Menschen, die zu dumm zum Konsumieren sind, und sich erst nach dem Anschauen eines Video-Tutorials in ihrer Entscheidungsfähigkeit gefestigt sehen, um die richtige Marke Klopapier zu kaufen #bettershit. Diese Herde der Orientierungslosen irrte lange Zeit führerlos umher – zum Glück kamen dann die Influencer*innen, die ihnen in Zeiten von wachsender Komplexität, Globalisierung, Fakenews und dem drohenden Abstieg des 1. FC Köln die Richtung weisen und ihnen sagen, welches iPhone sie kaufen müssen, um morgen noch in den Spiegel schauen zu können.
Endlich Herbst, endlich Zeit für ein neues Autumn Tape! Diesmal mit einem recht ungewöhnlichen Schwerpunkt, nämlich Indierock-Bands, die sich eines eigentlich sehr fröhlichen Genres bemächtigt haben: Surf Rock. Hier klingt der Stil allerdings eher nach sonniger Melancholie.
Ich habe mit Kathi und Lysi von Chill Out endlich mal wieder einen Podcast aufgenommen, diesmal zu einer recht umstrittenen Substanz, nämlich GHB/GBL, auch bekannt als KO-Tropfen. Wir klären sachlich auf über Wirkungsweise und Risiken, beleuchten die subkulturelle Bedeutung und die Debatte um GBL im Clubkontext und geben natürlich wie immer viele Hinweise zu Safer Use und Harm Reduction.
Die letzte „Folge“ meiner Tanzbarer-Groove-Prog-Reihe ist laaange her, aber nun ist es endlich mal wieder soweit: Eine kleine Auswahl überaus funkiger und swingender Stücke von Prog über Krautrock bis Psychedelic. Viel Spaß!
Playlist
“Maypole” (Dark)
“Passing Through” (Steamhammer)
„Henry“ (CMU)
„Nam Nam“ (Kraan)
“Paradoxical Moods” (edit) (Finch)
“The Emperor In His War-Room” (edit) (Van Der Graaf Generator)
In der aktuellen Folge unseres Podcastes analysiere ich zusammen mit Mirko gleich vier Erzählungen von Ray Bradbury, einem der großen Autoren des Golden Age der Science Fiction. Jede von ihnen – „Kaleidoskop“, „Die Landstraße“, „Die letzte Nacht der Welt“ und „Kein Abend, kein Morgen“ – ist 1951 in Bradburys Klassiker „Der illustrierte Mann“ erschienen und schildert krasse extistenzielle Situationen.
Unter Zuhilfenahme von ziemlich viel Fachvokabular nerden wir eineinhalb Stunden über Bradburys ebenso kurzweilige wie phiosophische Geschichten, die sich zum Teil ineinander spiegeln. Spoiler Alert: Wir analysieren die Erzählungen gründlich, daher ist es lohnenswert, sie vorher selber zu lesen. Pdfs von „Der Illustrierte Mann“ finden sich leicht im Netz, falls man schnell mal reinlesen möchte.
Habe nach langer Zeit endlich mal wieder einen Podcast zusammen mit Sigma 2 Foxtrot aufgenommen: Ich und Mikro besprechen die phantastische Erzählung „Der Makranthropus“, die von einem Mann handelt, der nicht mehr aufhört zu wachsen. Viel Spaß!
Eine neue Folge Rauschfunk is online! Diesmal zum Thema Musik und Drogen – zwei Rauschmittel, die vor allem im Mischkonsum seit Urzeiten einen enormen Reiz auf viele Menschen ausüben.
Die Folge ist der Mitschnitt einer Lesung, die ich 2019 im Rahmen des Krumm & Schief-Festivals gehalten habe, und die exmplarisch einige Texte und Anekdoten vorstellen wird, die sich mit der Wirkung von Drogenkonsum auf Musik und umgekehrt beschäftigen.