Musikalischer Jahresrückblick 2025

Wie immer am Ende des Jahres schaue auf die Musik zurück, die mich durch dieses Jahr begleitet hat: Das sind die Songs, die mich am meisten berührt haben, die mich wochenlang als Ohrwurm verfolgt haben, die mich zum Mitsingen gebracht haben, zum Tanzen oder zum Heulen.

Stilistisch ist alles dabei von Bluesrock, Avantgarde Pop, Funk, Dream Pop, UK Bass und Southern Rock über Post Punk, British Folk, Indie, Softrock und Alternative R’n’B, bis hin zu Meditation Metal, Liquid Drum’n’Bass, Psychedelic, Postrock, Electro Pop, Jazzrock, Indietronic und Singer Songwriter.

„24-7 Heaven“ (Cindy Lee) 2024

Ich (und so ziemlich alle anderen) hatten noch nie etwas von Cindy Lee gehört, als die Band 2024 wie aus dem Nichts mit einem ebenso sperrigen wie betörenden Doppelalbum daherkam und schnell (und zu Recht) zum Liebling der Musikkritiker*innen avancierte. Der verwaschene Sound hat mich sofort gekriegt und die mehr als 30 Songs, die durch ein Niemandsland aus schleppendem Lofi-Blues, Dream Pop, verschollenem 60-Psychedelic-Stücken und Rock’n‘Roll-Schleichern wabern, scheinen alle tief in der Nacht in einem verrauchten Studio aufgenommen worden zu sein, in dem viele leere Weinflaschen auf dem Boden liegen.

Einzeln wirken die Stücke oft gar nicht so interessant, aber die traumartige Atmosphäre, die sich durch alle Songs zieht, macht das Album zu einem Gesamterlebnis, in dem man sich stundenlang verlieren kann. Es war daher schwer, ein Stück auszuwählen, aber der finale Song „24-7 Heaven“ kann tatsächlich auch für sich stehen: Ein elegisches Instrumental, in dem sich die Instrumente bis zur Unindentifizierbarkeit aufzulösen scheinen.

Weiterlesen

Rauschfunk 17 – Die Umweltbilanz von Kokain

Welche Umweltschäden verursacht die Kokain-Produktion? Ließen sich Cocapflanzen auch in Europa anbauen? Und wie realistisch oder wünschenswert wäre Fairtrade-Koks? Diese und andere spannende Fragen diskutierte Erik dieses Mal mit Nikki und Robin von Take Stuttgart in der aktuellen Podcastfolge von Rauschfunk. Außerdem sprachen wir über die kulturelle Bedeutung der Cocapflanze in Peru, wo Nikki kürzlich Urlaub gemacht hat.

Sunny Thoughts – Autumn Tape No. 11

Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit – vor allem, wenn er so ist, wie jetzt: Trocken, sonnig und nicht zu kalt. Mein aktuelles Autumn Tape ist daher recht heiter geworden; nur wenig Melancholie, dafür viele warme, rollende Akkorde von einigen der besten Akustik-Gitarrist:innen der 70er Jahre (natürlich mal wieder hauptsächlich aus Großbritannien).

Tracklist:

  • „Morgengruß“ (Popol Vuh)
  • „Corn Rigs“ (Paul Giovanni & Magnet)
  • „Mother Goose“ (Jethro Tull)
  • „Saucy Sailor“ (Steeleye Span)
  • „Spring Meeting“ (Anthony Phillips)
  • „Sun“ (Donovan)
  • „Just Now“ (John Martyn)
  • „Place To Be“ (Nick Drake)
  • „The Circle Game“ (Joni Mitchell)
  • „Grandad“ (Spirogyra)
  • „Depression“ (Amazing Blondel)
  • „End Of A Holiday“ (Fairport Convention)
  • „Variations On A Theme By Erik Satie I (Trois Gymnopeides)“ (Blood, Sweat & Tears)

Rauschfunk 15 – Benzos und Hip Hop

Rauschfunk meldet sich nach über einem Jahr Sendepause zurück: Nachdem wir in der letzten Sendung sehr ausführlich über Benzodiazepine gesprochen haben, folgt nun endlich die Folge über die Wechselwirkungen von Benzos und Hip Hop. Erik sprach dazu mit Ada, die schon seit langem Cloud Rap hört und auch in ihrem Umfeld mitbekommen hat, welche Rolle verschreibungspflichtige Medikamente plötzlich in der Hip Hop-Kultur spielten.

Wir erklären, was Cloud Rap ist, erzählen von unserem persönlichem Zugang zu dieser Musik, fragen uns, wieviel Realität und wie viel Pose im Cloud Rap steckt und vergleichen die Rolle von Drogen in anderen Jugendkulturen wie Punk.

How Deep Is Your Prog?

Mein letztes Prog-Mixtape ist laaange her – hier endlich ein Neues! Habe in letzter Zeit viel Mathrock gehört (oder Jazz Metal, wie ich es gerne nenne), schönstes Gefrickel mit Groove statt Pathos. Viel Spaß!

Tracklist

  • „Aquarius Theater“ (Floral)
  • „Lemur“ (This Town Needs Guns)
  • „Splash“ (Chon)
  • „Climbing A Wall“ (Floral)
  • „Echo“ (Chon)
  • „A Quick One, While She’s Away“ (Giraffes? Giraffes!)
  • „Chex Urself B4 U Rex Urself“ (Girlfriends)
  • „Wave Greeting“ (Mice Parade)
  • „Elk“ (This Town Needs Guns)
  • „Brobocop“ (Girlfriends)
  • „Heretical Doses“ (Giraffes? Giraffes!)
  • „Ice Cream“ (Battles)

Cold And Clear – Autumn Tape No. 10

Bei den meisten meiner Autumn Tapes habe ich die schönen, angenehmen Seiten des Herbstes im Kopf, wenn die Blätter noch an den Bäumen sind und es draußen nicht zu kalt ist. Bei diesem hier nicht: Keine Blätter, keine Sonne, nur kalte, urbane Gefühle, einsame Menschen und Neon-Licht auf nassen Straßen. Nichtsdestotrotz sind diese Synthie-lastigen Indie-New-Wave-80er-Revival-Songs auf melancholische Weise irgendwie auch sehr romantisch und tanzbar.

Playlist

  • Slowdive – Slomo
  • Still Corners – The Trip
  • Alvvays – Dreams Tonite
  • Future Islands – A Dream Of You And Me
  • New Order – Age Of Consent
  • The Cleaners From Venus – Only A Shadow
  • Ploho – Прости
  • Wild Nothing – Gemini
  • The Drums – I Need A Doctor
  • Black Marble – Msq No-Extra
  • Beach House – Levitation

Rauschfunk 14 – Benzodiazepine

Benzodiazepine wie Xanax sind hochwirksame Medikamente, die gerade unter jüngeren Menschen als Freizeitdroge erstaunlich populär sind. Aber was für einen Rausch lösen Benzos eigentlich aus, warum nimmt man sie und welche Risiken gibt es bei Dauerkonsum? Eli, Peter und Erik klären auf in einer neuen Folge unsere Podcasts Rauschfunk.

Slow Dreaming – Autumn Tape No. 9

Mein neues Autumn Tape ist für alle Menschen, die wissen, wie herrlich es sein kann, alleine zu sein ;) Diese verspulte Stimmung, wenn man als Teenager an einem verregnetem Sonntagnachmittag irgendwo alleine auf einem Dachboden saß und seinen Gedanken nachhing, habe ich insbesondere bei Duster und anderen Slowcorebands wiedergefunden, die mich durch den letzten Lockdown begleitet haben.

Playlist

  • “From What Is Said To When It’s Read” (Bark Psychosis)
  • “King Friday” (Songs Of Green Pheasant)
  • “Tugboat” (Galaxie 500)
  • “I Can See It (But I Can’t Feel It)” My Bloody Valentine)
  • “Gold Dust” (Duster)
  • “Advice” (Alex G)
  • “Junk Shop” (Helvetia)
  • “Everyday” (Yo La Tengo)
  • “Porcelain” (Red Hot Chili Peppers)
  • “Topical Solution” (Duster)
  • “Vacancy” (Codeine)
  • “Words” (Low)
  • “Gloomy Planets” (The Notwist)